Am 14. Juni steht eine Initiative zur Begrenzung des Parkplatzabbaus in Zürich zur Abstimmung. Der Stadtrat argumentiert mit umstrittenen Daten aus den achtziger Jahren gegen das Volksbegehren.
Patrick Wälti, Besitzer einer Haustechnikfirma in Zürich Wollishofen, kritisiert die Parkplatzsituation scharf. Seine Mitarbeiter müssen bis zu 15 Minuten suchen, um einen Parkplatz zu finden, was ihre Pausenzeiten verkürzt. Ab 16 Uhr sind blaue Zonen meist belegt, betont er.
Die Notwendigkeit des Autoeinsatzes unterstreicht Wälti: “Weder mit Tram noch Lastenfahrrad lassen sich schwere Heizgeräte transportieren”, sagt er. Ganz anders ist die Sichtweise von Tiefbauvorsteherin Simone Brander (SP): Für sie gibt es keine Parkplatzprobleme in Zürich, da genügend und sogar neue Plätze entstehen.
Wälti unterstützt die Initiative, die fordert, dass die Parkplätze auf dem Stand von 2025 eingefroren werden. Initianten der bürgerlichen Parteien und des Gewerbeverbands sehen darin eine Notwendigkeit, um Personen abzusichern, die auf das Auto angewiesen sind. Der Stadtrat hingegen betrachtet es als unnötig und schädlich.
Ein zentraler Streitpunkt ist die Zahl der privaten Parkplätze in Zürich: Der Stadtrat spricht von 200.000, basierend auf einer umstrittenen Zählung aus den achtziger Jahren. Nicole Barandun vom Gewerbeverband bezeichnet dies als unseriös. Die Stadt hält die Zahl für konservativ und betont die neue Statistik seit 2023, die bereits 6000 Parkplätze registriert.
Trotz dieser Daten behauptet der Stadtrat, dass genügend Parkmöglichkeiten bestehen und Fahrzeuge in private Garagen verlagert werden sollten. Die Initiative konzentriert sich jedoch auf öffentlich zugängliche Plätze, von denen rund 1000 in den letzten drei Jahren “umgenutzt” wurden.
Die Initianten prognostizieren einen weiteren Abbau von 9000 bis 11.000 oberirdischen Parkplätzen in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren. Christoph Zürcher, der mit Quartierparkplätze.ch auf Missstände hinweist, kritisiert die Ignoranz gegenüber unterschiedlichen Lebensrealitäten durch den Stadtrat.
Die Initianten, darunter auch Handwerker und Spitex-Mitarbeiter, sehen sich in ihrem Recht auf Parkplätze bedroht. Trotz der Gewerbeparkkarte für Handwerker bleibt die Abhängigkeit von blauen Zonen bestehen, besonders nach Feierabend.
Simone Brander betont die Ablehnung der Initiative durch den Stadtrat, da sie das Auto diktieren würde und notwendige städtische Veränderungen blockiere. Initianten widersprechen jedoch: Sie sehen es als machbar an, Ersatzplätze im Quartier zu schaffen oder neue Lösungen wie öffentliche Parkplätze in privaten Garagen zu entwickeln.
Der Konflikt umfasst unterschiedliche Perspektiven auf das Parken und dessen Zukunft in der Stadt. Während der Stadtrat Autofahrer, die privat parkieren könnten, im Blick hat, steht für Initianten die Notwendigkeit von Quartiersparkplätzen im Vordergrund.