Die hohen Abschusszahlen von Füchsen in Luzern haben erneut Kritik ausgelöst. Mit einem offenen Brief erhöhen Tierschutzorganisationen den Druck auf die Behörden, um eine Überprüfung der Praxis zu erreichen. Im Jahr 2024 wurden im Kanton Luzern über 2200 Füchse geschossen, was ihn landesweit an die Spitze bringt. Jagdkritiker stellen diese Maßnahme in Frage und sehen den Fuchs als einen bloßen „Sündenbock“. Tierschutzorganisationen argumentieren, dass die vorgebrachten Begründungen für Krankheitsbekämpfung und Artenschutz wissenschaftlich nicht eindeutig sind. Ein offener Brief der Tierrechtsorganisation IG Wild beim Wild kritisiert, dass eine Petition gegen die Fuchsjagd vom Parlament lediglich zur Kenntnis genommen wurde. Die Organisation wirft den zuständigen Kommissionen vor, keine unabhängige Prüfung durchgeführt und ausschließlich auf Einschätzungen des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements (BUWD) vertraut zu haben. Es wird argumentiert, dass der Fuchs nur ein „Sündenbock“ sei. Untersuchungen zeigen zwar, dass Füchse die Brut von seltenen Vogelarten wie dem Kiebitz gefährden können, doch gibt es auch andere Ursachen für den Rückgang dieser Arten, darunter intensive Landwirtschaft und Pestizide. Der Kanton begründet die Fuchsjagd mit der Notwendigkeit, Konflikte zwischen Wildtieren, Landwirtschaft und Menschen zu begrenzen. Die Statistik des Jagdjahres 2018/19 zeigt jedoch, dass nur ein kleiner Prozentsatz der erlegten Füchse krank war. Tierschutzorganisationen planen weitere politische Schritte wie neue parlamentarische Vorstöße oder eine Volksinitiative. Michael Kurmann von der Kommission betont hingegen, dass die Jagd als Teil des umfassenden Wildtiermanagements dient und nicht primär zur Selektion kranker Tiere eingesetzt wird. Mit Blick auf andere Kantone wie Genf, wo Füchse anders reguliert werden, bleibt die Debatte weiterhin aktuell. Die Diskussion über die Fuchsjagd ist trotz der erledigten Petition im Parlament keineswegs beendet.