Der spanische Unternehmer Isak Andic, Gründer des Modeimperiums Mango, stürzte im Dezember 2024 während einer Wanderung im Montserrat-Gebirge ab und starb. Anfangs wurde sein Tod als Unfall betrachtet, doch eineinhalb Jahre später führte die spanische Polizei neue Erkenntnisse ein und verhaftete seinen Sohn Jonathan Andic unter dem Verdacht seiner Beteiligung am Todesfall.
Isak Andic, 1953 in Istanbul geboren, wanderte als Teenager nach Barcelona aus. In den frühen 1980er Jahren etablierte er die Modekette Mango, die sich zu einem global agierenden Fast-Fashion-Konzern mit über 18.000 Mitarbeitern und Verkaufsstellen in 120 Ländern entwickelte. Im Jahr 2025 verzeichnete das nicht an der Börse notierte Unternehmen einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro, während die Familie Andic ein Vermögen von etwa 4,5 Milliarden Euro besaß.
Isak nahm seine Kinder früh in die Geschäfte mit Mango auf. Jonathan arbeitete seit 2005 für den Konzern und leitete ab 2014 dessen Herrenlinie. Nach einem Machtwechsel im selben Jahr übernahm er die Gesamtleitung, was jedoch zu anhaltenden Verlusten führte. Daraufhin holte Isak einen neuen Finanzchef ein, was Spannungen innerhalb der Familie verursachte. Schließlich kehrte Isak 2018 von einer Weltreise zurück und übernahm die Geschäftsführung wieder.
Die Beziehung zwischen Vater und Sohn verschlechterte sich offenbar zusehends, wie spanische Medien berichten. Jonathan Andic wurde im Oktober 2025 erneut verhaftet, nachdem Unstimmigkeiten in seinen Aussagen festgestellt wurden. Die Ermittler stießen auf Hinweise eines angespannten Verhältnisses zwischen den beiden, erkennbar aus ihren WhatsApp-Chats.
Besonders verdächtig erscheint Jonathans dreimaliges Alleingehen ins Montserrat-Gebirge in der Woche vor dem Unfall. Die Polizei fand Hinweise auf ein Gerangel an der Absturzstelle und eine Autopsie deutete darauf hin, dass Isak mit den Füßen voraus abstürzte, was auf Fremdeinwirkung schließen lässt.
Jonathan machte widersprüchliche Angaben zum Vorfall. Zunächst sagte er aus, seinen Vater noch fotografieren zu sehen, erwähnte später aber kein Handy mehr. Die Polizei stellte fest, dass Isaks Telefon kurz vor dem Tod nicht benutzt wurde.
Gegen eine Kaution von einer Million Euro wurde Jonathan freigelassen und darf Katalonien derzeit nicht verlassen. Wann sein Prozess beginnt, ist unklar. Trotz seiner Verhaftung bleibt er unter Aufsicht als Stellvertreter im Vorstand der Punta Na Holding, die Mango kontrolliert, während Toni Ruiz nun den Vorsitz innehat.