Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat seine Reisehinweise am Mittwoch angepasst und nun vor Reisen nach Bolivien gewarnt. Grund sind die andauernden gewaltsamen Demonstrationen in der Hauptstadt La Paz, bei denen die Situation als äusserst angespannt gilt und eine weitere Entwicklung ungewiss ist.
In den aktualisierten EDA-Reisehinweisen wird darauf hingewiesen, dass spontane Streiks, Protestmärsche, Demonstrationen sowie Unruhen und Strassenblockaden in Bolivien seit Anfang Mai häufig vorkommen können. Die Hauptzugangswege nach La Paz seien weitgehend blockiert, was die Versorgung mit Lebensmitteln, Treibstoff und medizinischen Gütern erheblich beeinträchtigt.
Reisenden wird empfohlen, Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen zu vermeiden. Zudem könne die Schweizer Botschaft bei Blockaden nur eingeschränkt helfen, um die Ausreise aus betroffenen Gebieten zu unterstützen, so das EDA.
Am Montag hatten Demonstranten, darunter Bergbauarbeiter, Landwirte und Lehrer sowie Anhänger des früheren Präsidenten Evo Morales, versucht, gewaltsam den Hauptplatz vor dem Regierungspalast in La Paz zu stürmen. Laut der Nachrichtenagentur ABI, die sich auf Polizeiquellen beruft, wurden Steine und Feuerwerkskörper geworfen, Autos angezündet und mehrere öffentliche Einrichtungen gestürmt sowie geplündert. Die Polizei setzte Tränengas ein, und mindestens 95 Menschen wurden festgenommen. Bolivien leidet seit Jahren unter einer tiefen Wirtschaftskrise, die immer wieder Proteste auslöst.