Trotz der Ausbreitung des tödlichen Ebola-Fiebers in Ostafrika hält der Notfallausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) es nicht für notwendig, Reisebeschränkungen einzuführen. Lucille Blumberg, die Vorsitzende des Ausschusses unabhängiger Experten, erklärte bei einer Pressekonferenz in Genf, dass das Virus hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeiten übertragen werde, nicht jedoch durch zufälligen Kontakt oder die Atemluft. Sie betonte: «Reisebeschränkungen sind gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften nicht empfohlen.»
Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda hat die WHO ihren Notfallausschuss einberufen. Der WHO-Direktor-General Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte zuvor eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen.
In der Demokratischen Republik Kongo wurde die seltene Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus nachgewiesen. Aktuelle Zahlen zeigen 132 bestätigte Todesfälle und 528 Verdachtsfälle, wobei die WHO eine höhere Dunkelziffer vermutet, da viele Fälle möglicherweise nicht gemeldet werden.
Zur Behandlung der Variante gibt es nach Angaben der WHO bisher keinen zugelassenen Impfstoff oder spezielle Therapien. Die Organisation betont die Wichtigkeit einer sorgfältigen Überwachung aller Kontakte von Infizierten und Verdachtsfällen. In Deutschland wird ein infizierter US-Amerikaner in der Berliner Charité behandelt.
Ruanda hat seine Grenze zu Ostkongo geschlossen, während die USA eine erhöhte Reisewarnung für den Kongo ausgesprochen haben und Einreisebeschränkungen für Personen ohne US-Pass verhängen, die sich zuletzt im Kongo, in Uganda oder im Südsudan aufgehalten haben. Die Africa CDC hat die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, von Reisebeschränkungen abzusehen.