In einer jüngst veröffentlichten Mitteilung der Mitte-Partei klingt es fast komisch, wie selbstbewusst sie ihre Lösungen ankündigt. Unter Führung von Nationalrat Philipp Matthias Bregy behauptet die Partei, bereits seit Langem mit konkreten und umsetzbaren Vorschlägen in Bereichen aktiv zu sein, die aktuell im Zentrum des Interesses stehen.
Das Selbstlob wirkt fast gewagt und zeigt eine gewisse Verwirrung über ihre eigene Position. Die Partei, bekannt für interne Meinungsverschiedenheiten – etwa bei der Debatte um den Bau neuer Kernkraftwerke, als Nicolo Paganini und Priska Wismer-Felder im Fernsehen öffentlich widersprachen oder beim Thema Ständemehr mit Differenzen zwischen Heidi Z’graggen und Marianne Maret.
Jetzt stellt die Mitte-Partei pragmatische Ansätze zur Bekämpfung der Wohnungsnot vor, indem sie ein älteres Postulat von Andrea Gmür-Schönenberger in den Mittelpunkt rückt. Dieses zielt auf beschleunigte Genehmigungsverfahren und mehr Wohnraum ab – eine Reaktion auf die wachsende Sorge um knappen Wohnraum im Land.
Gmür will Einsprachen, die die Realisierung von Wohnprojekten verzögern, durch Kosten abschrecken. Tatsächlich sind viele Bauprojekte in der Schweiz durch solche Einsprüche blockiert. Dennoch ist es naiv zu glauben, dass dies allein das Wohnungsproblem lösen könnte.
Selbst die linksorientierte Mitte sollte erkennen: Die Infrastruktur eines Landes, einschließlich des Wohnungsmarktes, hat nur eine begrenzte Kapazität für Zuwanderung.