Mit Chantal Brauchli übernimmt erstmals eine Frau das Präsidium des KMU- und Gewerbeverbandes Kanton Luzern (KGL). In einem Interview spricht die Unternehmerin aus Stadtluzern, Leiterin der Brauchli AG, über ihre Ziele in Bezug auf Frauen in der Wirtschaft, Fachkräftemangel und die Zukunft kleiner und mittelständischer Unternehmen.
Am 29. April wurde Chantal Brauchli einstimmig zur neuen Präsidentin gewählt. Sie führt eine Schreinerei in der fünften Generation. Der KGL vertritt als größter Gewerbeverband des Kantons Luzern die Interessen von rund 13’600 Mitgliedern und ist seit seiner Gründung im Jahr 1894 nun erstmals mit einer Frau an der Spitze.
Brauchli, die auch als FDP-Grossstadträtin politisch aktiv ist, beschreibt ihren Wahlmoment als überwältigend. Die Unterstützung durch viele Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft verdeutlichte ihr den Einfluss dieser Entscheidung.
In ihrer Amtszeit möchte Brauchli insbesondere dafür sorgen, dass neue Regulierungen übersichtlicher und weniger widersprüchlich gestaltet werden. Sie sieht in der Digitalisierung sowie im Fachkräftemangel aktuelle Herausforderungen für die Mitglieder des KGL.
Zur 10-Millionen-Initiative äußerte sie sich vorsichtig, betonte jedoch die Bedeutung der Personenfreizügigkeit für das Schweizer Gewerbe. Brauchli berichtet von keinerlei Widerstand gegen ihre Ziele innerhalb des Verbandes und erhofft sich eine positive Entwicklung im Hinblick auf die Sichtweise kleiner Unternehmen.
Auf die Frage nach den Herausforderungen als Frau in einem männerdominierten Umfeld erzählt Brauchli, dass sie trotz der Verbesserung noch immer mit Ungleichheiten konfrontiert wird. Sie ist zuversichtlich, dass sich dies durch Veränderungen in Erziehung und Gesellschaft ändern werde.
Brauchli wünscht sich, dass die Bedeutung kleinerer Unternehmen als Wohlstandstreiber nicht vergessen geht. Ihre Vision für das Luzerner Gewerbe umfasst einen starken Standort mit einem ausgewogenen Verhältnis von Wirtschaft und Wohnqualität.
Sie betont ihre Rolle als Chantal, die Wert auf Kommunikation legt und sich durch ein starkes Netzwerk auszeichnet. Brauchli sieht in ihrer Position die Möglichkeit, den KGL weiterzuentwickeln und effektiver für seine Mitglieder einzutreten.