Rapperswil-Jona, 09.05.2026 – 09:00
Der Circus Knie profitiert je nach Standort von unterschiedlichen Kostenstrukturen. In Bern müssen für den Zirkusbetrieb 35’000 Franken entrichtet werden, während Rapperswil-Jona keine Gebühren verlangt. Eine Recherche offenbart eine mangelnde Transparenz bei diesen Kosten.
Jährlich durchquert der Circus Knie die Schweiz und steht dabei vor unterschiedlichen finanziellen Anforderungen je nach Stadt für den Platzbedarf, Stromverbrauch sowie Infrastrukturkosten.
Besonders auffällig ist Rapperswil-Jona SG, wo keine Mietgebühren anfallen. Die Stadt schätzt die Kosten auf rund 75’000 Franken, verzichtet aber darauf, diese zu verrechnen. Dies begründet sie mit Tradition und einer Standortförderungspolitik.
Andere Städte zeigen weniger Nachsicht bei den Abrechnungen. Bern forderte allein für Platzmiete und Betriebskosten 35’920 Franken, exklusive zusätzlicher Kosten wie Strom und Wasser. In Zug summierten sich die Gebühren auf etwa 24’000 Franken inklusive diverser Infrastrukturkosten.
Aarau verlangte rund 18’700 Franken für Platzmiete und Versorgungskosten, wobei die Mieten eng an den publizierten Sätzen orientiert sind. In Chur waren bisher nur Strom- und Wasserkosten von 8’451 Franken bekannt.
Solothurn nannte eine pauschale Platzmiete von 4’500 Franken; Strom und Wasser werden hier separat abgerechnet. Winterthur verfolgt ebenfalls eine normale Abrechnung, ohne detaillierte Angaben zu machen. Luzern koppelt die Gebühren an den Umsatz mit vier Prozent der Bruttoeinnahmen.
Obwohl direkte Vergleiche schwierig sind, da die Dauer und Kostenblöcke variieren, bleibt Rapperswil-Jonas Verzicht auf Platzmieten ungewöhnlich. Die Stadt betont die historische Verbundenheit des Circus Knie mit der Region und hebt deren kulturelle Bedeutung hervor.
Während einige Städte transparent abrechnen, bleiben andere Gebühren wie Strom oft unklar. Datenschutzgründe werden häufig als Begründung angeführt. In Chur wurden nach einem formellen Verfahren Rechnungen freigegeben, die Aufschluss über hohe Energiekosten gaben.
Circus Knie äußert sich nicht zu einzelnen Städten oder Abrechnungsmodalitäten und betont unterschiedliche gesetzliche Grundlagen und lokale Bedingungen. Die Recherche offenbart einen Gebührenflickenteppich und Transparenzmängel, die in einigen Städten politische Debatten anregen könnten.
Einige Städte stellen transparente Abrechnungen zur Verfügung, andere bleiben ausweichend oder unvollständig. Besonders komplex gestaltet sich die Situation in Zürich, wo der Zugang zu Informationen rechtlich angefochten wurde.