Berühmtheiten wie der ehemalige US-Außenminister John Kerry, Filmregisseur Marc Forster und Swatch-Gründer Nicolas Hayek verbindet ein gemeinsamer Schulbesuch: Sie alle waren einmal im Institut Montana in Zug. Diese Privatschule auf dem Zugerberg hat Zug schon lange vor der Bekanntmachung durch Expats, Blockchain und das Crypto Valley eine internationale Dimension verliehen.
Die Gründung des Instituts geht auf die 1920er Jahre zurück, als Dr. Max Husmann, ein Absolvent der Universität Zürich, den Traum einer internationalen Schule hegte. Er wollte junge Menschen für einen friedlichen Weltbau inspirieren. Husmanns Suche nach einem passenden Standort führte ihn zu einem ehemaligen Hotelareal auf dem Zugerberg, wo er 1926 das Institut Montana gründete.
In der Zwischenkriegszeit entstand das Institut in einer Zeit wachsenden Nationalismus. Husmanns Vision war die Förderung der Integration, im Gegensatz zum damaligen Trend zur Segregation. Diese Ansichten werden von Alexander Biner, dem heutigen Verwaltungsratspräsidenten, hervorgehoben.
Ursprünglich als Knabenschule ins Leben gerufen, öffnete das Montana in den 1980er Jahren seine Türen für Mädchen. Heute besuchen ungefähr 380 Schülerinnen und Schüler aus 55 Nationen die Schule. Ein Jugendlicher beschreibt die Atmosphäre: “Man lernt viel über andere Kulturen.” Eine Schülerin ergänzt, dass in der Mensa während des Mittagessens viele verschiedene Sprachen gesprochen werden.
Die Werte Internationalität und Toleranz waren Max Husmann wichtig – Prinzipien, die das Institut bis heute verkörpert. Besonders in Krisenzeiten fungiert es als “Oase”, wie Biner betont. Während der Pandemie blieb es geöffnet, als viele andere Schulen schlossen, und bot Schülern eine sichere Umgebung.
Diese Rolle der “Oase” hat das Montana auch während des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine seit 2022 beibehalten. Obwohl im Institut sowohl ukrainische als auch russische Schülerinnen und Schüler sind, wird betont, dass Konflikte außerhalb der Schule bleiben.
Die jährlichen Schulgebühren belaufen sich auf über 30.000 Franken für die Tagesschule oder über 70.000 Franken für das Internat. In der Zuger Politik ist das Thema Privatschulen ebenfalls aktuell: Ende April diskutierte das Kantonsparlament ein Darlehen von 15 Millionen Franken an die “International School of Zug and Luzern”, um eine Ausweitung auf ihrem Campus in Hünenberg zu ermöglichen, wo rund 1.200 Kinder aus über 60 Nationen lernen.
Das geplante Darlehen ist umstritten: Befürworter sehen die Privatschule als wichtigen Bildungsakteur und entscheidenden Standortfaktor für internationale Unternehmen in der Region. Kritiker hingegen argumentieren, dass sie nur einem privilegierten Bevölkerungskreis zugutekomme.
Der Kantonsrat hat knapp mit 38 zu 34 Stimmen beschlossen, das Darlehen bei einer weiteren Sitzung erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Aussenstehende neigen oft dazu, Privatschulen mit Vorurteilen zu begegnen und ihnen eine elitäre Atmosphäre vorzuwerfen. Biner weist darauf hin, dass viele Schülerinnen und Schüler aus der Region stammen.
Nur ein Drittel der rund 380 Lernenden wohnt im Internat; zwei Drittel pendeln täglich von zu Hause in die Schule auf dem Zugerberg. Dies reflektiert den Wandel von Zug als Wirtschaftsstandort, wo viele Familien nachziehen. Biner erinnert sich daran, dass 1970, als er selbst im Montana war, fast alle Schülerinnen und Schüler aus dem Ausland kamen und das Internat nutzten.
Ein gemeinsamer Nenner der Schülerschaft ist die Fähigkeit des Instituts, langfristige internationale Kontakte zu knüpfen – ein Vermächtnis, das über den Zugerberg hinausgeht.