Die Republikaner stehen bei den bevorstehenden Zwischenwahlen unter Druck, besonders was das Repräsentantenhaus angeht. Traditionell verliert die Partei des Präsidenten in der großen Kammer zwei Jahre nach dessen Amtsantritt Sitze – eine Regel mit nur zwei Ausnahmen seit 1946. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und während Clintons Amtsenthebungsverfahren waren die Umstände anders, wobei Bushs Unterstützung auf 90 Prozent stieg und Clinton 1998 an Popularität gewann.
Aktuell verzeichnet Trump jedoch eine dramatische Abnahme seiner Beliebtheit mit Umfragewerten, die teilweise bis auf 36 Prozent fielen. Die Unzufriedenheit der Wähler über den Krieg gegen Iran und steigende Benzinpreise könnte seine Umfragen weiter drücken. Historisch betrachtet verlieren Präsidentenparteien im Jahr vor einer Wahl Sitze, besonders bei negativen Umfragewerten.
Um diesem Trend entgegenzuwirken, versuchen Republikaner durch Gerrymandering die Wahlkreise zugunsten ihrer Partei zu verschoben. Texas hat dies bereits umgesetzt und plant, seine republikanische Dominanz auszubauen. Allerdings sahen sich Demokraten Gerichtsentscheidungen gegenüber, wie etwa in Louisiana, wo ein zweiter Wahlkreis für Afroamerikaner aufgehoben wurde.
Obwohl das Oberste Gericht in Virginia demokratische Grenzanpassungen stoppte und Republikanern einen Vorteil verschaffte, bleibt die Frage offen, ob diese Strategie überall erfolgreich sein wird. In Texas könnten Trumps Migrationspolitik und wirtschaftliche Herausforderungen ihm bei den Latino-Wählern schaden.
Die Demokraten liegen in aktuellen Umfragen vorn, motiviert durch eine hohe Wahlbeteiligung ihrer Anhänger. Sie träumen gar von der Rückeroberung des Senats, wo sie alle Sitze verteidigen und zusätzliche in vier republikanischen Staaten gewinnen müssen.
In North Carolina könnte der beliebte Demokrat Roy Cooper, und in Maine könnte Graham Platner gegen die angeschlagene Susan Collins antreten. James Talarico setzt sich in Texas mit einer populistischen Botschaft auseinander. Auch wenn Siege hier eine Sensation wären, benötigen die Demokraten zusätzliche Gewinne in konservativen Staaten.
Sollten sie das Repräsentantenhaus gewinnen, könnten Untersuchungen zu Trumps Geschäften und Amtsenthebungsverfahren folgen. Ohne Mehrheit im Senat bleibt ein Amtsenthebungsprozess schwierig, doch könnten die Republikaner ohne demokratische Unterstützung wichtige Ernennungen blockieren. Trumps Einfluss könnte bald schwinden und seine letzte Amtszeit als Präsident kritisch werden.