(dpa) Der Konzern Lufthansa strebt an, im Sommer eine Mehrheit von 90 Prozent an der früheren italienischen Staats-Airline Ita zu erwerben. Vorstandschef Carsten Spohr gab bekannt, dass man vor dem Hintergrund einer beispiellos schnellen Integration in die Konzerngeschichte dieses Vorgehen beschlossen habe und die Option nun ziehe. Diese Ankündigung erfolgte während der Hauptversammlung des MDax-Konzerns am Dienstag (12.5.) in Frankfurt.
Lufthansa besitzt seit Januar 2025 bereits 41 Prozent der Anteile an Ita, weitere Schritte zur kompletten Übernahme sind mit dem italienischen Staat abgestimmt. Der Kaufpreis für die nächste Tranche beläuft sich auf fest vereinbarte 325 Millionen Euro. Die Transaktion steht unter Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und soll im ersten Quartal 2027 vollzogen werden. Lufthansa plant zudem, ab 2028 auch die verbleibenden zehn Prozent zu erwerben.
Als Kompensation für Wettbewerbsnachteile der Konkurrenz mussten Lufthansa und Ita einige Start- und Landerechte in Mailand und Rom aufgeben.
Aktionäre des MDax-Konzerns trafen sich erstmals seit 2019 wieder persönlich zu einer Hauptversammlung in Frankfurt. Auf der Tagesordnung standen unter anderem Neuwahlen für den Aufsichtsrat. Neben der geplanten Wiederwahl von Karl Gernandt kandidieren erstmals Bayer-Finanzchef Wolfgang Nickl und Ex-Eon-Chef Johannes Teyssen um das Vertrauen der Anteilseigner.
Teyssen ist vorgesehen, nach der Versammlung neuer Aufsichtsratsvorsitzender zu werden und Karl-Ludwig Kley in diesem Amt zu folgen. Die Entscheidung über seine Berufung trifft jedoch nicht die Anteilseigner, sondern der neue Aufsichtsrat in seiner konstituierenden Sitzung, geplant ebenfalls am Dienstag.