Auch bei Republikanern im Senat sorgt das Ausmaß der Kosten für den Bau des Ostflügels des Weissen Hauses für Erstaunen. Donald Trump bestätigte jüngst, dass die anfänglich veranschlagten 200 Millionen Dollar für den geplanten Prunkbau von 8300 Quadratmetern auf rund 400 Millionen Dollar angewachsen sind. “Für ein doppelt so großes Projekt von höherer Qualität ist das ein guter Preis”, kommentierte Trump dazu. Der Ballsaal, der 650 Sitzplätze bieten soll und als sicherer Ort für Staatsbankette gedacht ist, steht im Fokus des ehemaligen Immobilienmoguls. Bisherige Veranstaltungen dieser Art fanden in den Hauptgebäuden oder auf dem Rasen vor dem Weissen Haus statt. Die Finanzierung der Baukosten soll durch private Spender erfolgen, darunter Unternehmen wie Amazon, Apple, Meta und Lockheed Martin.
Trotz privater Finanzierung könnten die Steuerzahler indirekt stark zur Kasse gebeten werden. In einem Haushaltsgesetzentwurf des Senats, der 72 Milliarden Dollar für den Kampf gegen Einwanderung vorsieht, sind eine Milliarde Dollar für Sicherheitsmaßnahmen und bauliche Upgrades am Ballsaal eingeplant. Der neue Flügel soll unter anderem mit zwölf Zentimeter dickem Panzerglas ausgestattet werden und ein “drohensicheres” Dach erhalten. Ebenfalls entsteht ein unterirdischer militärischer Bunker.
Der Bau soll 2028 abgeschlossen sein, rechtzeitig vor dem Ende von Trumps zweiter Amtszeit. Zuvor müssen jedoch die Gerichte grünes Licht geben, nachdem der National Trust for Historic Preservation gegen den Abriss des Ostflügels des Weissen Hauses ohne Prüfverfahren klagte. Ein Richter erlaubt inzwischen jedoch den Weiterbau.
Die Republikaner rechtfertigen die Kostensteigerung mit der verschärften Sicherheitslage, verwiesen auf einen verhinderten Anschlag beim Galadiner im Hilton Hotel, an dem Trump und sein Kabinett teilnahmen. “Der Secret Service hat die Aufgabe, den Präsidenten zu schützen”, erklärte Senator John Thune.
Einige Republikaner zeigen jedoch Bedenken gegenüber den geforderten Sicherheitsmassnahmen. Susan Collins, Vorsitzende des Budgetausschusses, fordert eine detaillierte Darstellung der Verwendung der Mittel. Sie betonte, dass die Finanzierung privat erfolgen sollte, wie Trump angekündigt hat.
Demokraten nutzen die Kostendebatte für ihre politische Agenda. Sie werfen Trump vor, mit dem Ballsaalprojekt seine Eitelkeit zu befriedigen, während viele Amerikaner unter hohen Lebenshaltungskosten leiden. Eine Umfrage im April ergab, dass 65 Prozent der Befragten den Abriss des Ostflügels und den Bau des Ballsaals ablehnen. Im Vorfeld der Zwischenwahlen versuchen die Demokraten, Trump als verschwenderisch darzustellen.
Sie machen die Republikaner für das Ermöglichen von Trumps architektonischen Vorhaben verantwortlich. Chuck Schumer, Minderheitsführer im Senat, kritisierte seine Partei und bezeichnete sie als “Ballroom-Republikaner”, während er sich vorbehält, sie bei der Abstimmung zum Haushaltsgesetz zu bekämpfen.