Das Zürcher Hallenstadion hat sich von der Abwanderung des ZSC erfolgreich erholt und verzeichnete im vergangenen Jahr einen Anstieg auf 110 Veranstaltungstage mit etwa 940.000 Gästen – ein erheblicher Sprung gegenüber den 81 Tagen und 600.000 Besuchern zuvor. Diese positive Entwicklung spiegelte sich in den Geschäftszahlen wider: Der Umsatz stieg von 17,4 Millionen auf 23,1 Millionen Franken an, während der Jahresgewinn von 0,89 Millionen auf 1,65 Millionen Franken kletterte. Damit zählt das Jahr zu einem der erfolgreichsten in der Firmengeschichte.
Die Zahlen zeigen eine Rückkehr zur Besucherzahl vor der Covid-Pandemie und dem Umzug des ZSC im Jahr 2022. Zum letzten Mal erreichte die Halle 2019 mit über 900.000 Eintritten ein ähnliches Niveau, als noch 32 Spiele des ZSC stattfanden.
Trotz dieser positiven Entwicklung gibt es Bedenken: Der Verwaltungsratspräsident Balz Hösly betonte auf der Generalversammlung die Herausforderungen durch neue Konkurrenz-Hallen in europäischen Städten wie Bologna, Mailand und Wien mit Kapazitäten von bis zu 20.000 Besuchern. Im Vergleich ist das Hallenstadion mit seinen 15.000 Plätzen weniger attraktiv für Großveranstaltungen.
Der Konzert-Organisator André Bechir forderte in der NZZ eine moderne Multifunktions-Arena, um den Wettbewerbsvorteil zu wahren und große Stars anzuziehen. Die Verantwortlichen streben nach Modernisierungen des bestehenden Gebäudes, doch steht dies unter dem Schutz von Denkmalschutzauflagen.
Eine weitere finanzielle Herausforderung ist die Ablösung zweier 20-Millionen-Franken-Kredite, die in zwei Jahren fällig werden. Eine Verlängerung dieser Darlehen würde es ermöglichen, geplante Investitionen umzusetzen.
Angesichts der bevorstehenden politischen Diskussionen beauftragte das Hallenstadion eine Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung für die Region Zürich. Sie wurde von EBP Schweiz durchgeführt und zeigt, dass das Hallenstadion zwischen 2023 und 2025 mit durchschnittlich 700.000 Besuchern jährlich rund 186 Millionen Franken an Bruttowertschöpfung generierte.
Die Studie verdeutlichte auch die Abhängigkeit der Region von über 1500 Arbeitsplätzen, die direkt und indirekt mit dem Betrieb verbunden sind. Zudem profitierten Bund, Kantone und Gemeinden durch etwa 14 Millionen Franken jährliche Steuereinnahmen.
Die Untersuchung wies auf Risiken hin: Ohne Modernisierung könnte das Hallenstadion mittel- bis langfristig nicht mit den neuen Event-Hallen mithalten. Zudem sind die Ticketpreise in der Schweiz nur noch knapp zehn Prozent höher als im Ausland, während Betriebskosten um rund 30 Prozent überlegen sind.