Der Sportartikelhersteller On hat mit einem starken Jahresstart auf sich aufmerksam gemacht, steht jedoch vor Herausforderungen in der Unternehmensführung. Trotz hohen Gewinnen und Umsätzen im ersten Quartal verursachen Wechsel an der Spitze Unruhe. Zuletzt trat Co-CEO Marc Maurer überraschend zurück, gefolgt von Finanzchef Martin Hoffmanns Abgang nach 13 Jahren. Mitte März kündigten die Gründer David Allemann und Caspar Coppetti ihre Übernahme der Co-CEO-Rolle an.
Die Gründe für diese Personalwechsel bleiben unklar; Allemann und Coppetti betonen jedoch den Bedarf, On auf ein neues globales Wachstumsniveau zu heben. Sie teilen sich nun nicht nur die CEO-Funktion, sondern auch das Verwaltungsratspräsidium – eine Doppelrolle, die bei börsennotierten Unternehmen ungewöhnlich ist. Coppetti verglich Hoffmanns Abgang mit einer Beziehungskrise und betonte, dass der Schritt gemeinsam diskutiert wurde. Er beschrieb das neue Führungsmodell als mehr Titeländerung denn tatsächliche Strukturveränderung.
Zusätzlich zu den Abgängen von Maurer und Hoffmann verlassen oder planen andere Schlüsselpersonen wie die Personalchefin, der Chief Commercial Officer und der COO das Unternehmen. Diese personellen Umwälzungen scheinen sich negativ auf den Aktienkurs auszuwirken, der seit Jahresbeginn um mehr als ein Viertel eingebrochen ist.
Trotz der Unsicherheiten an der Börse bleibt Ons Geschäft erfolgreich: Nach einem Umsatz von über 3 Milliarden Franken im Jahr 2025 stieg das erste Quartalsergebnis 2026 um knapp 15 Prozent auf 832 Millionen Franken. Währungsbereinigt wuchs der Umsatz sogar um mehr als 26 Prozent.
Coppetti betonte den erfolgreichen Start ins neue Jahr, hervorgehoben durch eine Rekord-Bruttogewinnmarge von 64,2 Prozent und ein Ebitda-Margenwachstum auf 21 Prozent. Diese Zahlen belegen die erfolgreiche Positionierung als Premiummarke. Der US-Zollstreit stellt dem Unternehmen keine Bedrohung dar; man hält sich für unabhängig von solchen Einflüssen und hat dennoch einen Antrag zur Rückerstattung gestellt, vorrangig aus administrativen Gründen.
Für 2026 plant On mit einer Bruttomarge von mindestens 64,5 Prozent und bestätigt das Umsatzziel von 3,5 Milliarden Franken. Trotz des anhaltenden Erfolgs bleibt die Frage offen, ob nach den jüngsten Unruhen in der Führungsebene mehr Stabilität einkehren wird.