Der US-Präsident Donald Trump setzt zunehmend auf die News-Plattform «Axios», insbesondere um sich zu Themen des Iran-Konflikts zu äußern. Barak Ravid, ein israelischer Journalist bei «Axios», ist zur bevorzugten Anlaufstelle für Trump geworden. Die Plattform passt mit ihren kurzen und prägnanten Texten perfekt zu Trumps Kommunikationsstil und hat sich als Erfolgsgeschichte etabliert.
Anfang März kontaktierte Trump Ravid, um über das nahe Ende des Iran-Krieges zu sprechen. In einem Telefonat erwähnte er: «Es gibt praktisch nichts mehr, was man ins Visier nehmen könnte», und fügte hinzu: «Bisschen hiervon, bisschen davon». Wenige Wochen später drohte Trump mit «Axios»-Journalist Ravid, falls sich Iran nicht zu einem Deal bereit erklärte. Diese Interaktionen führten dazu, dass Präsident Trump regelmäßig anrief.
Die amerikanische Blockade der Strasse von Hormuz wurde als effektiver als Bombardierungen beschrieben, so erklärte es Trump gegenüber Ravid Ende April: «Sie ersticken wie ein gemästetes Schwein». Es scheint, dass sich «Axios» zu einer Art Krisentelefon für das Weiße Haus entwickelt hat.
Die enge Beziehung zwischen Trump und Barak Ravid entstand 2021, als der Ex-Präsident nach seiner Wahlniederlage in Florida war. Soziale Medien hatten ihn gesperrt und selbst Fox News zog sich zurück. Ravid besuchte Trump für ein Interview, das ursprünglich nur 20 Minuten dauern sollte, aber letztendlich anderthalb Stunden ging. Trump zeigte sich gekränkt über Benjamin Netanyahus Gratulation an Biden.
Ravids Artikel über das Treffen wurde viral: «Trump rechnet wegen Illoyalität mit Netanyahu ab: ‹Fuck him›», lautete die Überschrift. Dieses Zitat katapultierte Trump zurück ins Gespräch und er entdeckte «Axios» für sich.
Die Plattform, deren Texte in Telegrammstil gehalten sind, bietet verifizierte Informationen in kompakter Form an. Nicholas Johnston, der erste Chefredaktor von «Axios», betont, dass sie keine politischen Positionen einnehmen wollen. Die Gründer – Jim VandeHei, Mike Allen und Roy Schwartz – wollten Journalismus effizienter gestalten.
Im Januar 2017 startete «Axios» mit einem exklusiven Interview Trumps und stellte sich als Konkurrenz zu «Politico» dar. Die Plattform richtet sich an Entscheidungsträger und Journalisten, was sich finanziell auszahlt: Cox Enterprises investierte 525 Millionen Dollar in «Axios», das mittlerweile über 200 Redaktoren beschäftigt.
«Axios» strebt eine Umstrukturierung zu mehr Lokaljournalismus an. Trotz Stellenstreichungen ist die Plattform stabil, da sie mit hohen Öffnungsraten der Newsletter punktet. Diese werden durch exklusive Enthüllungen erreicht, die für Entscheider von großem Wert sind.