Ferdinand Zehnder, Präsident des Tourismus Forum Luzern (TFL), kritisiert die Forderungen einer politischen Vereinigung aus den Reihen der SP, Juso und Jungen Grünen nach einem Deckel für Hotelbetten in Luzern. Diese Gruppierung, bekannt als IG nachhaltiger Tourismus, verlangt zudem weniger Airbnbs, keine neuen Hotels auf ehemaligen Geschäftsliegenschaften und das Ende von Übersee-Werbung mit Steuergeldern. Die Vereinigung betrachtet diese Maßnahmen als notwendig für Nachhaltigkeit.
Zehnder argumentiert jedoch, dass solche Beschränkungen nicht nachhaltig sind, sondern Stillstand fördern würden. Er betont, dass eine Begrenzung auf Hotelbetten weder den Wohnraum noch die Umwelt entlasten würde und lediglich die kantonale Entwicklung hemmen könnte. Nach seiner Ansicht schafft Tourismus nicht nur Belastungen, sondern auch Arbeitsplätze und generiert Einkommen.
Die IG stützt ihre Forderungen auf Statistiken des Luzerner Statistikbüros Lustat, welche eine Dominanz von US-Touristen zeigen, die den lokalen Charakter der Quartiere bedrohen könnten. Zehnder weist jedoch darauf hin, dass der Tourismus nicht außer Kontrolle sei und die Lustat-Daten ein positives Wachstum außerhalb der Stadt Luzern belegen würden.
Regionen wie Entlebuch, Willisau sowie Weggis und Vitznau profitieren laut Zehnder vom Aufschwung im Tourismus. Diese Erfolge seien Beispiele dafür, dass eine ideologische Beschränkung des Wachstums kontraproduktiv wäre. Er betont die Notwendigkeit einer ausgewogenen Tourismuspolitik, die Gastströme lenke und nachhaltige Angebote fördere.
Zehnder hat bereits zuvor scharfe Kritik an den Initiativen der IG geübt und sprach von „populistischen Mogelpackungen“. Trotz ihrer jungen Geschichte führt die Initiative bereits zu kontroversen Diskussionen. Die Meinung in der Bevölkerung ist geteilt: Einige sehen Grenzen als notwendig an, während andere den Tourismus als wesentlich für Luzern betrachten.
Verwendete Quellen:
Medienmitteilung des Tourismus Forum Luzern
Website der IG Nachhaltiger Tourimus zur Initiative “Luzerner Tourismus in Balance”
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