Am Infotag zum Bevölkerungsschutz informieren Polizei, Samariter, Feuerwehr und Zivilschutz die Teilnehmenden über eineinhalb Tage. Ziel ist es, Interesse am freiwilligen Einsatz im Zivilschutz zu wecken, der unter Personalnot leidet. Diese Veranstaltungen werden von den verschiedenen Bevölkerungsschutzregionen organisiert, wobei an den Anlässen keine Rekrutierung stattfindet.
Der Aargau war der erste Kanton, der diesen verpflichtenden Infotag einführte. Das Berner Parlament hat inzwischen ein ähnliches Modell verabschiedet. Ein Mann aus dem Kosovo, wohnhaft in Aarau, wurde für das Fernbleiben vom Infoanlass mit 700 Franken bestraft: Eine Busse von 300 Franken und 400 Franken Kosten für den Strafbefehl.
Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Veranstaltungen ihr Ziel nicht erreichen. Im Jahr 2024 nahmen 2466 Personen an rund 60 Infoveranstaltungen teil, wie ein Vorstoss im Parlament feststellte; nur eine Person konnte für den Zivilschutz gewonnen werden.
Der Zivilschutz schützt die Bevölkerung in Katastrophen und Notlagen. Tauglich sind Personen, die für den Militärdienst untauglich, aber für den Schutzdienst geeignet sind. Der Zivildienst ist ein Ersatz für jene mit Gewissensbedenken gegenüber dem Militär, wobei er anderthalbmal so lange dauert.
Ein anderes Regionales Führungsorgan hat für die Verwaltung der Sicherheitsveranstaltungen eine 20-Prozent-Stelle geschaffen. Der Aufwand steht in keinem angemessenen Verhältnis zum Ertrag, wie aus Baden berichtet wird.
Im Jahr 2024 und 2025 gab es laut einem Anfrageergebnis beim zuständigen Aargauer Departement Probleme bei der Durchsetzung von Bussen für die verpflichtenden Sicherheitsveranstaltungen. Die Zustellung von Einladungen per A-Post sowie Meldungen im Amtsblatt reichten der Staatsanwaltschaft oft nicht aus, um Personen zu bestrafen.
Es wurden Änderungen eingeführt; Präsenzkontrollen mit Visum und Einschreiben für Zweitaufgebote sind nun Standard. Neun von zwölf Aargauer Zivilschutzkommandos empfehlen die sofortige Einstellung der Sicherheitsveranstaltungen, doch beim Kanton stoßen sie auf taube Ohren.
Der obligatorische Infoanlass läuft laut Kanton bis 2028 noch in einer Testphase. Die Strafbefehle scheinen zu wirken: Einige Zivilschutzorganisationen berichten von Teilnehmern, die nur unter Androhung eines Strafbefehls erscheinen.
Regionaljournal Aargau Solothurn, 11.5.2026, 6:32 Uhr