Nach dem Ausbruch der Pandemie wurden Pop-up-Betriebe immer beliebter, um neue gastronomische Konzepte auszuprobieren. Dieses Phänomen ist in Luzern gut sichtbar geworden, doch die Branche steht vor einem Wandel.
Für viele Gastronomen bleibt es verlockend, temporäre Konzepte zu testen, obwohl der Aufwand hoch sein kann. In den letzten Jahren gab es zahlreiche solcher kulinarischen Experimente in Luzern, von Burger-Ketten bis hin zu asiatischen Restaurants.
Einige Pop-ups haben sich etabliert, wie die Eventlocation Werkstatt Augustin, wo neue Konzepte regelmäßig erprobt werden. Andere sind jedoch verschwunden, wie das Speakeasy «Biz» oder das «Dusty Donkey».
Das Luzerner «Alpineum» hat sich über Jahre mit externen Pop-ups beschäftigt und ist nun dazu übergegangen, temporäre Konzepte in ihren eigenen Räumen zu erproben. Julia Furrer vom Alpineum erklärt, dass ein Wechsel zur Nutzung der eigenen Einrichtung sowohl ressourcenschonend als auch praktischer sei.
In Zukunft möchte das Alpineum verschiedene temporäre kulinarische Angebote testen, darunter eine mexikanische Küche ab Mai. Die Experimente sollen für Gäste und Mitarbeitende neue Erlebnisse schaffen.
Luzerns City-Manager Erich Felber berichtet von zahlreichen Anfragen nach Ladenflächen. Während die Nachfrage im Start-up-Bereich, insbesondere bei Mode und Specialty-Coffee, hoch ist, gibt es wenig Interesse an traditionellen Restaurants.
Pop-ups sind vor allem in anderen Branchen beliebt, während sie in der Gastronomie aufgrund von bürokratischen Hürden seltener werden. Felber sieht Potenzial für niederschwellige temporäre Nutzungen im Textil- und Handelsbereich.
Dennoch gibt es weiterhin Gastronomen, die Pop-up-Konzepte umsetzen, wie Patricia und Stephanie Zelger mit ihrem ausschließlich Käsekuchen verkaufenden Lokal «Zweier» oder Michel Péclard mit seinem temporären Betrieb im «Kreuz» in Zug.
Quellen: Julia Furrer, Alpineum; Erich Felber, City-Manager Stadt Luzern; Gespräche mit Gastronominnen und Gastronomen; Medienarchiv von zentralplus.