Nach 16 Jahren im Amt als Erziehungsdirektor von Nidwalden und als amtsältester Bildungsdirektor der Schweiz tritt Res Schmid zurück. Ein Gespräch offenbart seine Kritik an ideologischen Strömungen in der Bildungspolitik, die seiner Meinung nach vor allem durch bürgerliche Politiker ermöglicht wurden.
Schmid gibt zu, dass er trotz einiger Erfolge im Bildungssystem nicht alle Ziele erreichen konnte. Die festgefahrenen Zustände erschwerten den Wandel erheblich. Kritisch sieht er das Festhalten an integrativen Schulmodellen und die Verbreitung der Gendersprache, was seiner Ansicht nach dem Niveau der Volksschulen schadet.
Die Bildungspolitik liegt seiner Einschätzung zufolge in den Händen von Links-Grün. Schmid macht Bürgerliche dafür verantwortlich, dass diese Richtung eingeschlagen wurde und kritisiert die Reaktion auf internationale Einflüsse wie den Eingriff der Uno im Fall einer Familie aus dem Aargau.
Schmid hebt hervor, dass er in seiner Amtszeit Änderungen durchgesetzt hat, etwa die Verzögerung des Schulbeginns und die Wiedereinführung von Noten. Auch das lautgetreue Schreiben kritisiert er scharf.
Er sieht sich als Außenseiter innerhalb der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und bemängelt den Einfluss pädagogischer Hochschulen, die seiner Meinung nach zu ideologisch geprägt sind. Die Notwendigkeit praktischer Erfahrungen im Lehrberuf betont er.
Zu gesellschaftlichen Herausforderungen wie Zuwanderung schlägt Schmid Integrationsklassen vor und lobt das Handyverbot an Nidwaldner Schulen. Er zeigt sich skeptisch gegenüber einem nationalen Social Media-Verbot für Kinder, sieht die Verantwortung jedoch bei den Eltern.
Abschließend kritisiert er den Digitalisierungshype in der Schule, der seiner Meinung nach zu Lasten grundlegender Fähigkeiten geht. Mit dem Engagement in der Gruppe «Wendepunkt Bildung» möchte er eine Rückbesinnung auf bewährte Konzepte erreichen.