Sollte die UBS künftig finanzielle Schwierigkeiten bekommen, sind die Handlungsoptionen eingeschränkt. 2008 intervenierte der Staat während der Finanzkrise zugunsten der UBS, und 2023 rettete er die Credit Suisse mit staatlichen Garantien. Bei einer Krise der UBS könnte eine Abwicklung, Verstaatlichung oder Veräusserung an eine ausländische Grossbank notwendig werden.
Yvan Lengwiler, Autor eines Bankenstabilitätsberichts für den Bundesrat, widersprach in «Eco Talk» der Begründung des Bundes von 2023, die Credit Suisse nicht abgewickelt zu haben. Er merkte an: «Es gibt keine Hinweise, dass es unmöglich gewesen wäre.» Finma und internationale Behörden seien bereit für eine Abwicklung gewesen, jedoch hätten politische Entscheidungsträger interveniert.
Marcel Rohner, ehemaliger UBS-Chef und Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, sieht noch offene technische Fragen in den Abwicklungsplänen. Er betonte die Notwendigkeit einer Frühintervention bei handlungsfähigen Banken in «Eco Talk». Rohner kritisierte zudem die Forderung nach erhöhtem Eigenkapital als übertrieben, da kurz vor dem Untergang der Credit Suisse deren Kapitalisierung noch für ausreichend erklärt worden war. Er widersprach damit Martin Schlegel von der Nationalbank, der solche Maßnahmen befürwortet.
Lengwiler hält die Stärkung der Finma-Kompetenzen für entscheidend und fordert mehr Unabhängigkeit, um effektiv gegen einflussreiche Unternehmen vorgehen zu können. Der Bundesrat plant im Sommer Vorschläge, darunter klare Verantwortlichkeiten innerhalb von Banken und die Möglichkeit der Finma, organisatorische Änderungen anzuordnen.
Bei einer Abwicklung würde die Finma ein neues Management einsetzen, um den systemrelevanten Teil der Bank weiterzuführen. Eine Verstaatlichung birgt hohe Risiken, wie das Beispiel Irland 2008 zeigt, als das Land fast in Konkurs ging.