Betrüger setzen in der Schweiz auf eine neue Masche: Sie verschicken Fake-SMS direkt aus dem Kofferraum eines Autos, wie «SRF» berichtet. Mittels eines Geräts namens SMS-Blaster, das sich als Mobilfunkantenne tarnen kann, verbinden Smartphones in unmittelbarer Nähe kurzzeitig damit und erhalten automatisch betrügerische Nachrichten. Die Täter müssen keine spezifischen Telefonnummern kennen.
Laut «SRF» können diese Geräte Handys in einem Radius von 500 bis 1000 Metern erreichen. Die Betrügereien erscheinen oft harmlos oder dringlich, etwa als Forderung nach einer Parkbusse mit einem Link zu einer gefälschten Bezahlseite. Opfer geben dabei ihre persönlichen Daten preis.
Diese Methode ist attraktiv für Betrüger, da sie die Schutzfilter der Mobilfunkanbieter umgeht. Obwohl Swisscom, Sunrise und Salt seit 2022 viele betrügerische SMS blockieren, funktioniert ein SMS-Blaster unabhängig vom Netz, indem es auf das ältere 2G-Netz setzt.
Die Betrugsmasche wurde erst in Genf bekannt, wo 154 Geschädigte mit einem Schaden von fast zwei Millionen Franken verzeichnet wurden. Auch im Kanton Waadt betrogen Täter etwa 40 Personen um 260’000 Franken. «SRF Kassensturz» erfuhr zudem von Einsätzen der Polizei in Zürich, Luzern, Zug und dem Tessin sowie aus Basel-Stadt und -Landschaft.
Die Polizei hat es schwer, die mobilen Täter zu stoppen, da diese durch belebte Gebiete fahren und dort massenhaft SMS verschicken. In der Region Basel erreichte ein mutmaßlicher Betrüger an einem Tag rund 100’000 Geräte. Ein solches Gerät wurde in Basel-Landschaft sichergestellt.
Trotzdem hinterlassen die Geräte viele Spuren, wie im Fall eines festgenommenen chinesischen Staatsbürgers zu sehen ist. Dieser soll Teil eines Netzwerks gewesen sein; das Verfahren läuft noch.
Um sich zu schützen, sollten Nutzer keine Links in verdächtigen SMS anklicken und alle Forderungen direkt bei offiziellen Stellen prüfen. Persönliche Daten oder Kreditkartennummern sind nie auf unbekannten Seiten einzugeben.