Einbrüche in Autogaragen gehören mittlerweile zum Alltag der Kriminalität. Bund und Kantone haben daher eine neue Task-Force ins Leben gerufen, um die jungen Räuber aus Frankreich zu stoppen.
Seit 2025 sind Schweizer Autohändler verstärkt Ziel dreister Diebe geworden. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) hat von etwa 360 Einbrüchen oder versuchten Einbrüchen in Garagen berichtet. Die Täter operieren stets nach dem gleichen Muster: Sie brechen mit Gewalt in die Garagen ein und entwenden innerhalb kürzester Zeit Luxusfahrzeuge, insbesondere Modelle von Lamborghini, Ferrari, Porsche und Mercedes.
Anschließend flüchten sie über Grenzübergänge und liefern sich mit der Polizei manchmal spektakuläre Verfolgungsjagden. Eine solche Kollision ereignete sich im Sommer in Morges (VD) zwischen einem Patrouillenfahrzeug und zwei gestohlenen Wagen.
Die NZZ enthüllte durch eine Recherche, dass die Täter oft junge Männer sind, die von kriminellen Netzwerken in den Vorstädten französischer Großstädte rekrutiert werden. Die Auftraggeber werben gezielt über soziale Medien für diese Delikte.
Beliebt sind beispielsweise TikTok-Videos, in denen die Täter ihre Verbrechen zur Schau stellen und wie Jobinserate wirken. Ein Account fragt: «Brauchst du Geld?» und lockt mit Angeboten für Einsätze in der Schweiz, inklusive Unterkunft und Verpflegung. Dieses Modell, bekannt als «crime as a service», umfasst auch die Online-Recherche nach besonders begehrten Fahrzeugmodellen.
Die Bezahlung liegt bei 3000 bis 4000 Euro pro Diebstahl – ein lukrativer Anreiz für viele Jugendliche. Die sogenannten Banlieue-Gangs rekrutieren gezielt junge Straftäter, da diese im Falle einer Verhaftung als Minderjährige nach Jugendstrafrecht verurteilt werden.
Diese Täter stehen an der untersten Stufe der Gang-Hierarchie und sind oft völlig ahnungslos über ihre Hintermänner. Im letzten Jahr setzte Fedpol bereits Task-Forces mit einzelnen Kantonspolizeien ein.
Angesichts des anhaltenden Problems haben Bund und Kantone im April eine nationale Task-Force eingerichtet, wie CH Media zuerst berichtete. Diese wird vom Fedpol geleitet und operativ von der Kantonspolizei Zürich unterstützt.
Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen hat bereits bei der Bekämpfung von Geldautomaten-Sprengungen Erfolge gezeigt: Während 2024 noch 33 Automaten zerstört wurden, waren es 2025 nur noch 19. Man hofft, dass ähnliche Effekte auch bei den Garageneinbrüchen erzielt werden können.