Die Regierung unter Donald Trump setzt ihren juristischen Kampf fort, diesmal richtet sie sich gegen den früheren FBI-Direktor James Comey. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Anklageschrift wird ihm vorgeworfen, das Leben des Präsidenten bedroht zu haben. Im Mittelpunkt steht ein auf Instagram gepostetes Foto mit Muscheln in der Form der Zahlen 86 und 47 aus dem Frühjahr 2025.
Comey wurde im Bundesstaat North Carolina angeklagt, nachdem er von Präsident Trump zu Beginn dessen erstem Amtsantritt entlassen worden war. Die Anklage beschuldigt ihn der Bedrohung und droht mit einer mehrjährigen Haftstrafe.
Der Staatsanwalt argumentiert, dass das Foto als Drohsignal interpretiert werden kann: “86” wird in der Gastronomie verwendet, um anzudeuten, dass jemand gehen soll oder etwas nicht mehr verfügbar ist, und es ist auch ein Code für Mord. Zudem war Trump zum damaligen Zeitpunkt der 47. Präsident.
Die Kombination “86 47” wurde häufig in Protesten gegen Trump verwendet. Comey selbst bezeichnete die Muschel-Formation als “clever”, wusste jedoch anscheinend nicht, dass “86” auch im kriminellen Jargon für Mord steht.
Nach dem Entfernen des Fotos aufgrund der Kontroverse verteidigte sich Comey in einer Instagram-Bemerkung, indem er behauptete, es handle sich um eine politische Aussage und Gewalt jeglicher Art abzulehnen. Trotzdem setzte die Bundesregierung ihre Untersuchungen fort.
Interims-Justizminister Todd Blanche betonte in einer Pressekonferenz, dass die Ermittlungen komplex gewesen seien und auf Zeugenaussagen sowie Dokumenten basierten, ohne jedoch Details zu den Beweisen gegen Comey preiszugeben. Er machte deutlich, dass niemand berechtigt sei, einen US-Präsidenten zu bedrohen.
Comey hingegen beschuldigte sich in einer Videobotschaft auf Substack der Unschuld und kündigte an, die Anklage juristisch anzufechten. Er vertraue weiterhin auf das unabhängige Justizsystem.
Dies ist bereits Comeys zweite Anklage seit Trumps erneuter Präsidentschaft. Im September wurde er in Virginia wegen angeblicher Falschaussagen im Zusammenhang mit der Russland-Affäre angeklagt, doch diese Vorwürfe wurden von einer Bundesrichterin fallen gelassen.
Die Entlassung von Justizministerin Pam Bondi und die Ernennung Todd Blanches als Nachfolger scheinen zu entschlosseneren Schritten gegen Comeys Gegner beigetragen zu haben. Blanche betonte, dass das Justizministerium solches Verhalten nicht dulden werde.