Kurz vor Mittag ist der erste Damm im Nordabschnitt der zweiten Strassentunnelröhre am San Gottardo, rund vier Kilometer vom Eingang entfernt, eingestürzt. Dies berichtet heute das Bundesamt für Strassen (ASTRA), welches diesen Meilenstein in Anwesenheit zahlreicher Bergleute und Projektbeteiligter würdigte.
Nach ungefähr 14 Monaten des Vorrückens hat die mechanische Bohrmaschine «Alessandra» den Bereich der sogenannten Nordstörzone erreicht, die traditionell aufgrund der brüchigen Gesteinsstruktur mittels konventioneller Methoden ausgehöhlt wurde, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Gemäß bergbaulicher Tradition ist es Brauch, dass ein Bergmann als Erster durch den Bereich marschiert und eine Statue der Heiligen Barbara mit sich führt.
Der bisher ausgehobene Tunnelabschnitt verläuft überwiegend durch das Granitgestein des Aare-Gebirges, präzisiert ASTRA. Während der Aushebung der ersten vier Kilometer wurden Höchststände von bis zu 35 Metern pro Tag erreicht.
«Der San Gottardo ist wohl die spannendste Strassenverbindung in der Schweiz und zugleich von strategischer Bedeutung», erklärte Jürg Röthlisberger, Direktor des ASTRA, während der Feierlichkeiten. «Er verbindet Norden mit Süden, die deutsche- und die italienischsprachige Schweiz, ist ein lebenswichtiges Verkehrsnetz, eine Handelsroute und für Hunderttausende Menschen schlichtweg ein Stück Heimat.»
In den kommenden Wochen wird die Bohrmaschine die Störzone durchqueren und voraussichtlich im August mit dem vollständigen Ausheben des nächsten Tunnelabschnitts Richtung Süden beginnen. Auch auf der südlichen Seite werden Arbeiten am zweiten Tunnel fortgesetzt, wobei in den letzten Monaten einige hundert Meter traditionell gegraben wurden, um die mechanische Bohrmaschine «Paulina» freizulegen, die vorübergehend nicht genutzt wurde.