Der Dax-notierte Volkswagen-Konzern berichtete von einer operativen Marge von 3,3 Prozent, was 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert liegt. Analysten hatten jedoch eine Marge von durchschnittlich 3,7 Prozent prognostiziert. Daraufhin verlor die Aktie an Wert.
Nach Handelsstart fiel der Kurs um etwa zwei Prozent auf den niedrigsten Stand seit April 2025. Jose Asumendi, Analyst bei JP Morgan, hob hervor, dass sich der Barmittelzufluss positiver als erwartet entwickelt habe, was viele Investoren interessiert hatte. Bereits im vierten Quartal 2025 hatte Finanzchef Arno Antlitz die Ausgaben eingedämmt, um den Cashflow zu verbessern. Im ersten Quartal erreichte der Netto-Cashflow im Automobilbereich ohne Finanzdienstleistungen knapp zwei Milliarden Euro; ein Jahr davor waren noch 0,8 Milliarden abgeflossen.
Ohne Sondereffekte verzeichnete Europas größter Autobauer eine operative Marge von 4,3 Prozent. Hierbei wurden Umbaukosten von 0,8 Milliarden Euro nicht berücksichtigt, einschließlich 0,5 Milliarden für das Ende der Produktion des Elektroautos ID.4 in den USA. Der Rest entfiel auf Sparmaßnahmen bei Massenmarken und Traton, der Nutzfahrzeugholding.
Antlitz bezeichnete die bereinigte Rendite als weiterhin zu niedrig. Das Unternehmen plant ein großes Sparprogramm, um die Kosten drastisch zu senken, um den Wettbewerb mit chinesischen Anbietern aufrechtzuerhalten und andere Belastungen auszugleichen.
Das operative Ergebnis sank im ersten Quartal um 14 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro, während der Umsatz um 2,5 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro zurückging. Das nach Steuern bereinigte Ergebnis fiel um etwa 28 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro.
Konzernchef Oliver Blume äußerte sich zu den Herausforderungen: “Kriege, geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, verschärfte Regulatorik und intensiver Wettbewerb erschweren uns die Lage.” US-Einfuhrzölle verursachten zusätzliche Kosten von 0,6 Milliarden Euro.
Schwache Verkaufszahlen in China und den USA drückten die Auslieferungen im ersten Quartal auf 2,05 Millionen Fahrzeuge – ein Rückgang um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuwächse in Europa konnten das nicht kompensieren.
Das Ergebnis wurde auch durch die negativen Geschäftszahlen von Porsche AG belastet, wo der Gewinn nach Steuern im ersten Quartal um fast ein Viertel zurückging. Ebenso meldete die Lkw-Tochter Traton mit den Marken MAN und Scania einen signifikanten Rückgang des Gewinns aufgrund hoher Sondereffekte.
SRF 4 News, 30.4.2026, 11 Uhr