Das Möbelhaus Ikea steht in der Kritik, da die Stiftung für Konsumentenschutz eine Irreführung von Kunden durch unzureichend gekennzeichnete Preise bei Aktionen für Family-Card-Inhaber bemängelt. Die Organisation hat deshalb das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) eingeschaltet und fordert nun die Anpassung von rund 15 000 Preisschildern, wie Medien am Donnerstag berichten.
In diesen Aktionen sind bestimmte Artikel zu reduzierten Preisen erhältlich. Der niedrigere Preis wird laut Konsumentenschutz mit größerer Schrift angezeigt, während der eigentliche Preis kleiner gedruckt ist und oft erst an der Kasse sichtbar wird. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, kritisiert in einer Mitteilung: «Kundinnen und Kunden bemerken den tatsächlichen Preis, wenn überhaupt, erst an der Kasse und zahlen Aufpreise von mehreren Hundert Franken.» Diese Praxis verstosse gegen die Regeln zur Preisbekanntgabe.
Ikea räumte in einem Bericht von SRF ein, dass es zu Missverständnissen bei den Preisschildern kommen könnte, und arbeitet gemeinsam mit dem Seco an einer Lösung.
Parallel dazu hat die Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) eine Untersuchung eingeleitet wegen möglicher wettbewerbswidriger Absprachen zwischen Reiseunternehmen und Online-Casinos. Diese hätten sich womöglich darauf geeinigt, bei der Auktion von Suchmaschinen-Keywords nicht gegeneinander zu bieten.
Die Untersuchung konzentriert sich auf mögliche Vereinbarungen über das Nichteinstellen von Geboten auf Keywords, die mit den Markenkonkurrenten in Verbindung stehen. Solche Absprachen könnten den Wettbewerb unzulässig einschränken und Verbrauchern schaden, indem der Preisvergleich erschwert wird.
Die Weko leitet zwei Untersuchungen: Eine gegen drei Pauschalreiseanbieter in der Schweiz sowie eine weitere gegen nahezu alle im Land aktiven Online-Casinos. Die genauen Namen der betroffenen Unternehmen werden nicht bekannt gegeben, und die Ermittlungen könnten bis zu zwei Jahre dauern. Google, Bing und andere Suchmaschinen sind nicht direkt Gegenstand der Untersuchung, werden aber befragt.
Gleichzeitig ist der Preis für Öl der Nordseesorte Brent aufgrund der Blockade der Strasse von Hormuz stark gestiegen und hat den höchsten Stand seit über vier Jahren erreicht. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar verteuerte sich das Öl um mehr als 70 Prozent.
In anderen Wirtschaftsnachrichten verzeichnete Amazon in seiner Cloud-Sparte AWS im ersten Quartal die höchste Wachstumsrate seit 2022, mit einem Umsatzanstieg von 28 Prozent auf fast 38 Milliarden Dollar. Der Gesamtgewinn des Konzerns stieg um knapp 77 Prozent auf 30,25 Milliarden Dollar. Trotz positiver Zahlen gingen die Zahlungen an Amazon zurück, da hohe Investitionen in den Ausbau der Cloud und KI-Produkte getätigt wurden.