Die «Panormitis», ein Frachter unter panamaischer Flagge, wurde Mitte April in Haifa abgewiesen. Das Schiff transportierte 43.000 Tonnen Weizen aus von Russland besetzten ukrainischen Gebieten. Dieser Fall ist Teil einer Serie: Seit 2022 sollen über 30 solcher Frachter Getreide illegal nach Israel gebracht haben, trotz Warnungen der Ukraine. Der Vorfall eskalierte zu einem international beachteten Streit. Kiew vermutet, dass die israelischen Behörden von dem heiklen Ursprung wussten und das Getreide aus Russlands Schattenflotte billig einkauften. Präsident Wolodimir Selenski kritisierte öffentlich, dass der Kauf gestohlener Waren strafbar sei. Israel reagierte mit einer klaren Zurückweisung dieser Anschuldigungen durch Außenminister Gideon Saar und warf Kiew vor, Beweise nicht geliefert zu haben. Trotz israelischer Dementis blieb die «Panormitis» leer: Der israelische Importeur entschied sich gegen die Annahme der Ladung. Ob politischer Druck eine Rolle spielte, blieb unklar. Die EU drohte mit Sanktionen für Beteiligte an solchen Lieferungen und verurteilte alle Aktionen, die russische Kriegsanstrengungen unterstützen. Der Streit zeigt Russlands Bemühungen um Getreideexporte trotz internationaler Sanktionen. Laut der ukrainischen NGO Texty belief sich der Wert des gestohlenen Getreides auf 6,4 Milliarden Dollar. Die Lieferwege sind komplex: Frachter werden in offenen Gewässern beladen und verschleiern ihre Position durch das Abschalten ihrer Funk-Transponder. Der Streit mit Israel ist für die Ukraine von großer Bedeutung. Vor dem Krieg war das Land eine Hauptgetreidequelle Europas. Die Besetzung wichtiger Anbaugebiete führte zu erheblichen Verlusten, und jede entlade erfolgte in Israel oder anderswo finanziert russische Aggressionen.