Im Weissen Haus wurde Donald Trump am Donnerstag zu Fortschritten in den Friedensverhandlungen mit dem Iran befragt. Der Präsident gab prompt seine übliche Antwort: «Der Iran sehnt sich nach einem Deal.» Er werde allerdings nur dann zur Einigung bereit sein, wenn absolut gesichert ist, dass der Iran niemals eine Atombombe besitzt. Die Blockade der Strasse von Hormus erfülle ihren Zweck, indem sie die Energieexporte aus iranischen Häfen unmöglich macht. Der wirtschaftliche Druck auf das Regime in Teheran sei enorm hoch und werde früher oder später zum Einlenken zwingen, so Trump während eines TV-Interviews. Er meinte zudem, der Krieg sei bereits gewonnen; er wolle jedoch mit einem noch größeren Vorsprung triumphieren.
Zeichen deuten darauf hin, dass Trump zunehmend ungeduldig wird. Berichten zufolge rief er am Donnerstag Admiral Brad Cooper zu sich, den Kommandeur des US-Zentralkommandos im Nahen Osten. Cooper habe dem Präsidenten Optionen für eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen gegen den Iran vorgestellt, darunter eine «kurze und schlagkräftige» Angriffswelle mit Luftangriffen auf Infrastrukturziele und möglicherweise auch Bodeneinsätze in der Strasse von Hormus. Diese Informationen wurden durch das Online-Portal «Axios» verbreitet.
Zudem versucht die US-Regierung im Hintergrund, eine weitere Allianz zu formieren, um Patrouillen in der Meerenge sicherzustellen. Diese Mission soll unter dem Namen «Maritime Freedom Construct» stehen und britische sowie französische Streitkräfte einbeziehen. Laut dem «Wall Street Journal» wurde bereits eine entsprechende Depesche an verbündete Nationen verschickt, ohne dass Reaktionen bekannt sind.
Die Kampfhandlungen im Iran liegen seit mehr als drei Wochen auf Eis, doch die politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges dauern an. Der Benzinpreis in den USA erreichte diese Woche einen dreijährigen Höchstwert, was besonders industrielle Bundesstaaten wie Michigan und Ohio betrifft. Patrick De Haan, ein Energieexperte, prognostizierte am Donnerstag, dass die Gallone Benzin bald im nationalen Durchschnitt mehr als 5 Dollar kosten könnte.
Trump behauptet zwar, dies sei nur eine vorübergehende Entwicklung. Doch mit der nahenden Parlamentswahl im November wird es für seine Regierung schwieriger, diese Preissteigerungen zu kompensieren.
Der Krieg bereitet Trump zudem diplomatische Herausforderungen. In zwei Wochen plant er einen Besuch in China auf Einladung von Xi Jinping. Peking, abhängig von iranischen Energielieferungen, fordert die Öffnung der Strasse von Hormus. Sollte Trump an einer langfristigen Blockade festhalten, könnte das bei Xi großes Missverständnis auslösen und den für Trump sehr ersehnten Besuch in ein Debakel verwandeln.