Die Tendenz zur Flugscham nimmt in der Schweiz ab, während eine Mehrheit sich gegen strengere Vorschriften wie verkürzte Betriebszeiten und eine Abgabe auf Flugtickets ausspricht. Laut einer Mitteilung des Verbands vom Montag halten 61 Prozent der Befragten Flugreisen für positiv, so das Forschungsinstitut Sotomo in seiner repräsentativen Studie. Nur 28 Prozent schämen sich beim Buchen von Flugtickets. Gleichzeitig fühlen sich 55 Prozent stolz auf die Schweizer Luftfahrt.
Die kürzere Reisezeit war für 76 Prozent der Befragten der Hauptgrund, das Flugzeug zu wählen; der Preis war jedoch nur für ein Viertel entscheidend. In Bezug auf die heutigen Betriebszeiten lehnten die meisten Änderungen ab: 57 Prozent befanden die bestehenden Nachtruhe-Regelungen als angemessen, während sich 20 Prozent Änderungen wünschten.
45 Prozent der Befragten sprachen sich für strengere Regeln zum Umwelt- und Klimaschutz aus. Im Studienbericht wird erwähnt, dass die Bevölkerung auf technologische Fortschritte wie effizientere Flugzeuge und nachhaltige Treibstoffe setzt. Eine CO2-Abgabe auf Flugtickets hingegen wurde von 71 Prozent als wenig oder gar nicht wirksam angesehen. Mit 72 Prozent erachtete eine große Mehrheit die internationale Ebene für den Klimaschutz verantwortlich, während Airlines (46 %), nationale Politik (44 %) und individuelle Reisende (38 %) weniger genannt wurden.
Die Meinung zum Ausbau der Infrastruktur war gespalten: 52 Prozent befürworteten diesen bei einer Zunahme von Flugreisen oder Gütertransporten. Die Umfrage wurde vom 22. Januar bis zum 5. Februar durchgeführt, an der rund 3700 Erwachsene aus der Deutschschweiz und der Romandie teilnahmen. Ein Drittel davon waren Anwohnerinnen und Anwohner der Flughafenregionen Zürich, Basel und Genf.