Über das vergangene Wochenende fand eine illegale Rave-Party auf einem abgelegenen Militärgelände in Frankreich statt, die trotz Warnungen hinsichtlich möglicher Blindgänger mehr als 20.000 Techno-Fans anzog. Die Regierung beabsichtigt nun, solche Veranstaltungen stärker zu sanktionieren.
Ein Innenminister überflog das Gelände nahe der Stadt Bourges mit einem Helikopter und koordinierte den Einsatz von 600 Sicherheitskräften am Boden. Es war jedoch kein Notfall oder Terroranschlag, der die Behörden in Aktion versetzte, sondern eine unangekündigte Techno-Veranstaltung.
Die Party wurde über soziale Netzwerke schnell bekannt und lockte zahlreiche Fans aus Frankreich sowie den Nachbarländern an. Das Gelände, das militärisch genutzt worden war und in dem Blindgänger vermutet wurden, diente als Ort des Protestes gegen die “repressive” Politik der Regierung, wie ein Mitglied des Kollektivs “Tekno Anti Rep” erklärte.
Innenminister Laurent Nuñez reagierte mit Ärger auf das Geschehen: 33 Verletzte wurden registriert, von denen fünf schwer verletzt waren. Allerdings standen die Fälle laut Behörden in Zusammenhang mit Übermüdung und Drogenkonsum.
Nuñez kündigte an, dass die Teilnehmer und Organisatoren bestraft werden sollen, sowohl für das unerlaubte Betreten militärischen Geländes als auch wegen der illegalen Versammlung. Der Staat werde seine Autorität durchsetzen.
Illegale Raves sind schon seit Längerem ein Problem für die französische Regierung. Solche Veranstaltungen, oft kurzfristig und ausserhalb staatlicher Kontrolle organisiert, belasten sowohl Behörden als auch Anwohner durch Lärm, Müll und Schäden.
Im April wurde ein Gesetzentwurf zur Verschärfung der Strafen verabschiedet. Organisatoren drohen nun hohe Geldstrafen und bis zu sechs Monate Haft. Teilnehmer können ebenfalls stärker belangt werden, insbesondere bei bewusstem Verstoß gegen Verbote.
Der Protest richtet sich gegen diese Verschärfungen. Viele Raver sehen die Free Partys als Ausdruck eines “Grundrechts auf Feiern”, das durch staatliche Maßnahmen bedroht sei, wie ein Teilnehmer sagte. Diese Treffen bieten ihnen zudem eine erschwingliche Alternative zu teureren Musikfestivals.
Die Begeisterung für solche Partys stößt jedoch in ländlichen Regionen auf wenig Verständnis und führt regelmäßig zu Spannungen. Landwirte klagen über beschädigte Felder, verdichtete Böden und Abfall. Im vergangenen September eskalierte die Situation im Département Aude.
Auf dem ehemaligen Schießplatz bei Bourges waren am Montag noch etwa 5.000 Personen anwesend, obwohl viele Bühnen abgebaut worden waren. Tausende erhielten Bußgelder und ein Bürgermeister berichtete über umfangreiche Zerstörungen von Feldern durch die Fahrzeuge der Raver.