Italiener lieben ihre Pasta mit 23 Kilogramm pro Kopf jährlich am meisten, weltweit führend im Konsum. In der Schweiz ist die Begeisterung für Nudeln ebenfalls groß: Hier werden neun Kilogramm pro Person und Jahr verzehrt, was dem Land den sechsten Platz auf globaler Ebene einbringt – das entspricht etwa 90 Spaghettitellern jährlich.
Als weltweit größter Hersteller produziert Italien jährlich vier Millionen Tonnen Pasta, erzielt dabei einen Umsatz von über acht Milliarden Euro. Neben etablierten Märkten wie Deutschland, USA, Großbritannien und Japan sind Länder wie Mexiko, Argentinien, Äthiopien und Sri Lanka zu neuen bedeutenden Absatzmärkten geworden. Diese haben ihren Import von italienischer Pasta um über 50 Prozent erhöht (Stand 2024).
Früher hatte US-Präsident Donald Trump für das Jahr 2026 Zölle von mehr als 90 Prozent auf importierte italienische Pasta angekündigt, begründet mit einem vermeintlichen Preisdumping. Diese Ankündigung löste in Italien hohe Besorgnis aus. Letztlich wurden jedoch deutlich niedrigere Zollsätze eingeführt.
Trotz der Dominanz Italiens produziert die Schweiz jährlich rund 40.000 Tonnen Pasta, was einem Umsatz von etwa 125 Millionen Franken entspricht. Mehr als die Hälfte dieser Produktion (22.000 Tonnen) stammt vom Migros-Konzern.
Bschüssig, eine Marke des Thurgauer Unternehmens Pasta Premium, verzeichnete einen Jahresumsatz von rund 20 Millionen Franken und ist für etwa 10.000 Tonnen Schweizer Pasta jährlich verantwortlich. Die Firma wurde bereits im Jahr 1876 gegründet und zählt heute rund 40 Mitarbeiter. Geschäftsführer Beat Grüter beschreibt in einem “Eco Talk” die Konkurrenzfähigkeit gegenüber ausländischen Anbietern als Herausforderung, insbesondere durch einen kleinen Exportanteil. In den Nullerjahren lag der Export bei bis zu 17 Prozent, doch Wechselkursschwankungen und hohe Produktionskosten in der Schweiz erschweren es.
Die Absatzwege im Inland sind ebenfalls limitiert: Bschüssig ist nicht landesweit in Supermärkten wie Coop oder Migros erhältlich. Beat Grüter schlägt vor, diese Frage lieber den Großverteilern zu stellen und deutet an, dass Kunden andere Produkte bevorzugen könnten.
Um erneut bei großen Einzelhändlern im In- oder Ausland Fuß zu fassen, wären hohe Investitionen nötig. Grüter investierte bereits zweimal in Millionenbeträgen für den Umstieg auf nachhaltige Verpackungen und Solarenergie.
Positiv ist der Werbeeffekt durch die Partnerschaft mit Schwingerkönig Matthias Sempach, obwohl er neidisch auf das große Budget von Unternehmen wie Barilla sei, deren Aushängeschild bis 2024 Roger Federer war.