Ein Mann, der von einer Südamerika-Kreuzfahrt zurückkehrte, wurde positiv auf das Hantavirus getestet und wird nun im Universitätsspital Zürich (USZ) behandelt. Er wurde sofort isoliert nach seinem Eintreffen am Spital, das über eine Infektion mit dem Virus informierte. Während seiner Reise auf der «Hondius» gab es einen Ausbruch des Hantavirus, bei dem mehrere Passagiere starben. Der Patient reagierte gemäß WHO auf ein Schreiben der Reederei und suchte das USZ auf. Sein Zustand ist stabil und hat sich seit seiner Aufnahme nicht verschlechtert.
Die aggressive südamerikanische Variante des Hantavirus, die den Ausbruch ausgelöst hatte, wird von SRF-Wissenschaftsredaktor Sandro Della Torre als besonders gefährlich eingestuft.
Nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und der Reederei befanden sich keine weiteren Schweizer Staatsbürger auf dem Schiff. Die Passagierlisten sind nach Nationalität organisiert, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass Personen mit Wohnsitz in der Schweiz an Bord waren. Kantonale Behörden prüfen aktuell mögliche Kontakte des Patienten während seiner Erkrankung.
Sandro Della Torre erklärt, dass die Ansteckungsgefahr durch den Patienten und seine Ehefrau gering sei: «Hantaviren übertragen sich selten von Mensch zu Mensch.» Das BAG bestätigt diese Einschätzung.
Della Torre fügt hinzu, dass Hantaviren normalerweise von Ratten oder Mäusen auf Menschen übergehen und zwischen Menschen nicht weitergegeben werden. Die Variante auf dem Schiff scheint eine Ausnahme zu sein, da sie sich unter bestimmten Bedingungen auch menschlich übertragen kann. Dies könnte laut WHO genau der Fall auf dem Schiff gewesen sein.
Das BAG hält das Risiko für die Schweizer Bevölkerung für gering und geht von einer unwahrscheinlichen Ausbreitung weiterer Fälle aus. Die Behandlung des Patienten erfolgt unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, während das USZ auf solche Vorfälle vorbereitet ist. Hantavirus-Fälle sind in der Schweiz selten und belaufen sich auf 0 bis 6 gemeldete Fälle pro Jahr, die meist im Ausland erworben wurden.