Im Großraum Seattle arbeiten eine neue Generation von Startups an revolutionären Raumfahrtprojekten, darunter Mondbergbau und Satelliten-Pannenhilfe. Dieser Ort entwickelt sich zu einem der wichtigsten Zentren für die Raumfahrtindustrie in den USA.
Das Interesse an der Raumfahrt ist in Amerika stark gestiegen: 18 Millionen Menschen verfolgten das Artemis-2-Raumflugzeugstartereignis, das zur meistgestreamten NASA-Aktivität wurde. Bei einer Umfrage gaben drei von vier Amerikanern an, stolz auf die Raumfahrt zu sein, unabhängig ihrer politischen Zugehörigkeit. Das All fasziniert auch in der Popkultur: Filme wie “Project Hail Mary” sind aktuell die umsatzstärksten Kinofilme.
Die Regierung hat das Weltall zur neuen “Frontier” erklärt, mit dem Ziel, 2028 erneut Amerikaner auf den Mond zu bringen. Dieses Vorhaben steht im Kontext geopolitischer Ambitionen: Es geht darum, gegen China in diesem Wettrennen voranzukommen.
Seattle hebt sich als Raumfahrtzentrum durch seine zentrale Rolle in der globalen Satellitenindustrie und ein umfangreiches, jahrzehntealtes Ökosystem ab. Hier befindet sich Boeing, das die unteren Stufen der ersten Mondraketen produzierte. Ebenfalls ansässig sind Blue Origin (gegründet von Jeff Bezos) und SpaceX, beide führende private Raumfahrtunternehmen.
Aus diesen Unternehmen gehen zahlreiche neue Startups hervor. Interlune plant beispielsweise den Abbau von Mondressourcen wie Helium-3 für die Kühlung von Quantencomputern. Der Gründer Rob Meyerson betont, dass die Menschheit auf diese Innovation angewiesen sei. Das Unternehmen hat bereits bedeutende Kunden gewonnen.
Starfish Space in Tukwila bietet eine einzigartige Dienstleistung im Weltraum: Satellitenwartung und -reparatur. Ihr Wartungssatellit Otter erlebte anfänglich Herausforderungen, konnte jedoch erfolgreich stabilisiert werden, was zur Folge hatte, dass die US Space Force mehrere Verträge abschloss.
In Seattle gibt es zahlreiche weitere innovative Raumfahrtprojekte: Radian Aerospace entwickelt wiederverwendbare Raumschiffe und Zeno Power setzt auf radioaktive Isotope für Energieversorgung. Der Wirtschaftsförderverband berichtet von 12.000 Arbeitsplätzen in über 60 Unternehmen, die sich auf Raumfahrt spezialisiert haben.
Die University of Washington ist eine wichtige Forschungseinrichtung und unterstützt das Zusammenwirken zwischen Industrie und Regierung. Obwohl viele dieser Unternehmungen riskant sind, arbeiten alle mit großem Eifer an der Realisierung ihrer Visionen. Es bleibt abzuwarten, ob diese ambitionierten Projekte erfolgreich sein werden.