Autorin: Hana Fink
Lucas Ferreira, aktuell ein vielversprechendes Talent beim FC Luzern, profitierte als Junior von einer besonderen Regelung in der Schweizer Fußballjugend. Aufgrund seiner späteren körperlichen Entwicklung wurde er zeitweise gegen jüngere Gegner eingesetzt.
Damals galt Ferreira noch nicht als das heutige portugiesische Juwel des FCL. In den Altersstufen U14, U15 und U16 war er physisch unterentwickelt und musste daher in einer tieferen Kategorie spielen. Diese Regelung nannte sich “Carte Blanche”.
Die Entscheidung basierte auf einem Röntgenbild der linken Hand, das Ferreiras biologisches Alter bestätigte – es lag mindestens ein Jahr unter seinem tatsächlichen Alter. Diese Bewilligung erlaubte talentierten Spielern mit einer körperlichen Unterentwicklung, in niedrigeren Kategorien zu spielen.
Der Schweizer Fußballverband verfolgt damit das Ziel, kleine Talente nicht zu übersehen. In der Juniorenmannschaft sind solche Sonderbewilligungen auf maximal drei Spieler begrenzt. Über 100 Spieler nutzen laut CH Media aktuell diese Möglichkeit im Spitzenjuniorenbereich.
Zusätzlich organisiert der Verband Turniere für ähnlich entwickelte Kinder und gibt Talent-Scouts Informationen über die körperliche Entwicklung einzelner Talente.
Ferreira selbst sieht in dieser Regelung einen entscheidenden Faktor für seine Entwicklung. Er meint, dass er dadurch mehr Zeit hatte, an seinen Schwächen zu arbeiten und Selbstvertrauen aufzubauen. Dies führte dazu, dass er mutiger agierte und sich sowohl fußballerisch als auch persönlich weiterentwickelte.
Ferreiras Werdegang zeigt nachdrücklich, dass kleinere Junioren nicht zu früh abgeschrieben werden sollten. Dernoch fördert der Nachwuchsbereich oft Spieler, die im ersten Halbjahr geboren sind und daher körperlich früher entwickelt sind.