Der ehemalige Präsident der Mitte, Gerhard Pfister, übt scharfe Kritik an der Nein-Kampagne für die SVP-Initiative. Er betont, dass lediglich Chaoswarnungen nicht ausreichen und bezieht Stellung gegen Abweichler in den eigenen Reihen.
In einem bevorstehenden Referendum zur 10-Millionen-Initiative der SVP sieht Pfister einen möglichen Wendepunkt für die Schweizer Außenpolitik, sollte das Volk die Kündigung der Personenfreizügigkeit unterstützen. Diese Entscheidung könnte das Ende des bilateralen Weges einläuten.
Pfister stellt fest, dass viele Wähler der Mitte trotz der Risiken zustimmen wollen und kritisiert, dass die Kampagne gegen die Initiative nicht ausreichend auf deren Folgen hinweist. Er weist darauf hin, dass die Finanzierung durch Economiesuisse den bürgerlichen Gegnern ermöglicht, ihre Kampagne zu führen.
Trotz seiner Bedenken bezüglich der Meinungsbildung bleibt er optimistisch und betont, dass die Schweiz an den Bilateralen festhalten möchte. Pfister wendet sich gegen Auffassungen innerhalb der Partei, die für die Initiative eintreten, indem er klarstellt, dass solche Einzelmeinungen nicht repräsentativ sind.
Er äußert Unmut über parteiinterne Abweichler und fordert eine stärkere Orientierung an den Beschlüssen der Fraktion. Pfister sieht in einer klaren Profilbildung der Partei die Herausforderung für die Zukunft, um nicht als wankelmütig wahrgenommen zu werden.
Er spricht sich gegen Daniel Fässlers Kritik am schnellen Wachstum aus und hebt hervor, dass Zuwanderung notwendig ist, um den Wohlstand aufrechtzuerhalten. Pfister unterstützt die Haltung von Finanzdirektor Heinz Tännler, der sich für die Initiative ausspricht.
Pfister, ein langjähriger Politiker und ehemaliges Parteipräsidiumsmitglied, unterstreicht mit dem Satz «Nichts ist gratis in dieser Welt», dass er lieber mit den Folgen der Zuwanderung umgehen würde als mit wirtschaftlicher Abwanderung. Er verweist auf die historische Entwicklung der Schweiz zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort und betont, dass das Ständemehr für ihn bei zukünftigen Verträgen mit der EU unverzichtbar ist.