Die Passagiere des von einem Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ sollen nach einer 40-tägigen Seereise am frühen Sonntagmorgen in Teneriffa eintreffen. Ihre Heimreise erfolgt unter strengen Quarantänemaßnahmen, wie von der spanischen Regierung angekündigt wurde.
Die WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte, dass das Risiko für die Inselbewohner gering sei, da keine neuen Verdachtsfälle aufgetreten seien. Die Passagiere sollen im abgesperrten Industriehafen von Granadilla an Land gebracht und direkt in ihren Herkunftsländern unter Quarantäne gestellt werden.
Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska bestätigte die Rückführungsflüge nach Frankreich, Deutschland, Belgien, Irland und in die Niederlande. Die Anwesenheit des Schiffes auf der Insel hatte jedoch bei den Einwohnern Erinnerungen an die Corona-Pandemie wachgerufen.
Der WHO-Direktor beschwichtigte erneut, dass das Hantavirus nicht mit dem Coronavirus vergleichbar sei. Das Kreuzfahrtschiff beherbergte Passagiere und Besatzungsmitglieder aus 23 Ländern, darunter auch Deutsche. Die genaue Zahl der betroffenen deutschen Staatsbürger ist noch unklar.
Deutsche Behörden haben noch keine detaillierten Rückführungspläne veröffentlicht; jedoch empfiehlt das Robert Koch-Institut eine sechs Wochen andauernde Quarantäne. Eine häusliche Quarantäne sei unter bestimmten Bedingungen möglich.
Die Ankunft der „Hondius“ wird zwischen 4:00 und 6:00 Uhr Ortszeit erwartet, mit Ausschiffung erst bei Tageslicht. Die Ausreise erfolgt in kontrollierten Gruppen; zuerst sollen die spanischen Passagiere abtransportiert werden.
Nachdem alle an Bord befindlichen Personen gesundheitlich geprüft wurden und das Schiff seine Route zur Desinfektion fortsetzt, wird es von einer Restbesatzung in die Niederlande gefahren. Die WHO berichtete über sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle, darunter drei Todesopfer.