Die Primarlehrerin und FDP-Politikerin Yasmine Bourgeois setzt sich vehement für die Umsetzung der Förderklasseninitiative ein. Sie kritisiert den Überfluss an Projekten und eine dominierende rot-grüne Richtung im Bildungsbereich. In einem ruhigen Gespräch am Greifensee in Maur, wo sie seit kurzem wieder lebt, betont Bourgeois die Notwendigkeit, Schule und Politik zu trennen. Ihre politischen Initiativen sind vielfältig, doch ihre jüngste Eingabe forderte eine Vereinfachung der Vorschriften für Gastrobetriebe in den geplanten Zürcher Quartierblöcken.
Bourgeois musste ihren Sitz im Stadtparlament aufgrund eines Wohnortwechsels abgeben, obwohl sie zuvor mit dem besten Resultat ihrer Partei gewählt wurde. Trotzdem bleibt ihre Rolle als Gesicht der Förderklasseninitiative unbestritten. Diese Initiative, die von einem breiten kantonalen Parlamentsbeschluss angenommen wurde, zielt darauf ab, Probleme durch integrativen Unterricht zu adressieren, insbesondere bei Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten oder schweren Lernbehinderungen.
Die Vorlage sieht vor, dass solche Kinder in heilpädagogisch geführten Förderklassen unterrichtet werden, um sie gegebenenfalls wieder in Regelklassen zu integrieren. Die Kommission des Kantonsrats entschied sich für eine verbindlichere Formulierung als Bildungsdirektorin Silvia Steiner vorgeschlagen hatte. Kritiker aus der SP und den Grünen sehen Förderklassen jedoch als unnötig an.
Bourgeois argumentiert, dass konstante Einzelbetreuungen in Regelklassen nicht zielführend seien. Sie plädiert für klassische Unterrichtsmethoden wie Diktate und Kopfrechnen, um Lerngrundlagen zu festigen. Ihre Kritik richtet sich gegen langwierige Abklärungsprozesse und unverhältnismäßig aufwendige Projekte im Bildungsbereich.
Bourgeois sieht ihre Aufgabe darin, den Kern der Bildung zu bewahren und unnötigen Reformen entgegenzuwirken. Ihre politische Haltung wird von manchen Lehrern geschätzt, während andere Organisationen wie der Zürcher Lehrerverband die Initiative ablehnen. Ungeachtet dessen scheint Bourgeois’ Beharrlichkeit Wirkung zu zeigen, und eine Entscheidung im Kantonsrat steht bevor.