Nach einer 40-tägigen Reise erreichte das niederländische Kreuzfahrtschiff Hondius am frühen Sonntagmorgen den Hafen Granadilla auf der Insel Teneriffa, um dort die Passagiere in ihre jeweiligen Heimatländer zu bringen. Diese Odyssee begann am 1. April im südlichen Argentinien in Ushuaia und endet nun für etwa 150 Menschen an Bord.
Direkt nach der Ankunft begaben sich medizinische Fachleute auf das Schiff, um eine epidemiologische Untersuchung durchzuführen, wie das spanische Gesundheitsministerium mitteilte. Erst nach einem Gesundheitscheck auf akute Krankheitssymptome sollen die Passagiere und Teile der Crew ausschiffen.
Die Ausschiffung erfolgt in versiegelten Fahrzeugen über einen abgesperrten Korridor direkt zum nahegelegenen Flughafen, wo sie unmittelbar ihre Rückflüge antreten. Fernando Clavijo, Regierungschef der Kanaren, betonte die Notwendigkeit, dass alle Passagiere Teneriffa verlassen müssen, um Ruhe zu finden.
Tedros Adhanom Ghebreyesus von der WHO versicherte, das Hantavirus sei nicht mit Corona vergleichbar: “Das ist kein neues Covid.” Er betonte zudem, dass die Bevölkerung und deren Familien keine Kontakte zu den Betroffenen haben würden.
Bis zum Tagesanbruch werden Passagiere in kleinen Gruppen von fünf Personen ohne weitere Abfertigung direkt zu ihren Flugzeugen gebracht. Gesundheitsministerin Mónica García erklärte, dass zunächst 14 Spanier nach Madrid transportiert würden und die Niederlande für die Evakuierung weiterer Staatsbürger zuständig seien.
Nach Abschluss der Ausschiffung soll das Schiff in Richtung Niederlande unter einer reduzierten Besatzung weiterfahren, wo es desinfiziert wird. Die Leiche eines während der Reise verstorbenen Passagiers bleibt an Bord und wird nicht nach Teneriffa gebracht.
Die WHO bestätigte sechs Fälle des Hantavirus mit zwei Verdachtsfällen; drei Personen sind gestorben, darunter ein niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau. Die Infektionskette könnte von dem Paar ausgegangen sein, das sich in Argentinien angesteckt haben könnte. Alle anderen Passagiere und Crewmitglieder zeigen keine Symptome.
Hantaviren werden typischerweise durch infizierte Nager übertragen, der Andes-Typ kann jedoch unter bestimmten Bedingungen auch von Mensch zu Mensch übergehen.