Das historische Bootshaus der Stadtfeuerwehr in Luzern hat seinen Zenit überschritten. Die Stadt plant einen vollständigen Neubau, während die aktuelle Situation weiterhin problematisch bleibt.
Das marode Gebäude befindet sich unter einer Brücke, die das Inseli mit der Ufschötti verbindet. Aufgrund des Alters und fehlender moderner Ausstattung ist es mittlerweile unbrauchbar. Feuerwehrkommandant Theo Honermann erwähnt in einem Schreiben, dass seit 64 Jahren keine baulichen Veränderungen mehr vorgenommen wurden.
Die Stadt plant den Neubau für die Jahre 2026 und 2027, wie im Geschäftsbericht vermerkt ist. Unsere Recherchen führten uns ins Innere des Bootshauses, wo wir mit Daniel Schirmer, Fachverantwortlicher Technik und Infrastruktur der Feuerwehr Stadt Luzern, über die bestehenden Mängel und seine Pläne für den Neubau sprachen.
Schirmer beschreibt den schlechten Zustand: Abblätternde Wandfarbe, ausgeblichene Türen, und eine dicht gedrängte Anordnung der 15 Spinde mit Schutzausrüstung. “Wir bräuchten mehr Platz”, sagt er, jedoch sei der Raum begrenzt.
Die Holzpfähle im Wasser sind morsch und müssen immer wieder ausgetauscht werden, was Schirmer als eine kurzfristige Lösung sieht, bis ein vollständiger Neubau notwendig wird. Das Bootshaus ist zudem nicht beweglich und kann sich nicht an den Wasserspiegel anpassen, wodurch es bei höherem Wasserstand zu Platzproblemen kommt.
Pro Jahr startet die Feuerwehr etwa fünf bis zehn Einsätze von dort. Das größere der beiden Boote hat keinen geschützten Stellplatz und ist somit Witterungseinflüssen ausgesetzt, was laut Schirmer die Unterhaltskosten steigert.
Der schlechte Zustand des Bootshauses war schon länger ein Diskussionspunkt. Im Jahr 1998 übernahm der Kanton das Gebäude für Aufgaben wie Gewässerschutz und Brandbekämpfung auf dem See.
Ein Vorprojekt mit einem Budget von 200’000 Franken soll in diesem Jahr starten, um Pläne auszuarbeiten. Schirmer hat bereits einige Visionen: ein sichereres, geräumigeres Gebäude nach heutigem Stand der Technik. Es ist noch unklar, ob das neue Haus schwimmen wird.
Schirmer erinnert sich an einen spektakulären Einsatz, bei dem die Feuerwehr ein Flugzeug aus dem See barg, nachdem es abstürzte und beide Insassen gerettet wurden.
Derzeit rechnet die Stadt damit, dass der Neubau 2029 fertiggestellt wird – zwei Jahre später als in der Jahresrechnung prognostiziert. Der Zeitplan ist jedoch noch nicht endgültig festgelegt.