In Kriens dürfen junge Menschen zwar mitbestimmen, jedoch wurde ein Antrag auf Einführung einer speziell für Jugendliche gedachten politischen Initiative abgelehnt. Der Stadtrat hat eine von Beda Lengwiler, Mitglied der Jungen Mitte im Einwohnerrat, vorgebrachte Motion zurückgewiesen.
Lengwiler forderte in seiner Motion, dass junge Menschen zwischen 12 und 25 Jahren die Möglichkeit erhalten sollen, ihre Anliegen direkt ins Parlament einzubringen. Er argumentierte, dass diese Altersgruppe von heutigen Entscheidungen besonders stark betroffen sei, jedoch kaum politisch repräsentiert werde. Hinzu kommt der demografische Wandel, der ihr politisches Gewicht weiter mindern könnte.
Der Stadtrat sieht keine Notwendigkeit für ein solches Instrument und verweist darauf, dass Kriens bereits genügend Möglichkeiten zur politischen Partizipation junger Menschen bietet. Er nennt die Volksmotion für stimmberechtigte 18- bis 25-Jährige sowie das allgemein zugängliche Petitionssystem als Beispiele. Zudem muss auf jede Petition innerhalb von sechs Monaten reagiert werden.
Ein weiteres bestehendes Instrument ist der Kinder- und Jugendrat, der seit dem Schuljahr 2024/25 zweimal jährlich stattfindet und in Zukunft zu einem offiziellen Parlament ausgebaut werden könnte. Der Wirkungsbericht von 2027 wird Aufschluss darüber geben.
Der Stadtrat warnt vor einer Ungleichbehandlung durch ein zusätzliches Motionrecht für Jugendliche und betont, dass alle Schweizerinnen und Schweizer ab 18 Jahren bereits über volle politische Rechte verfügen.