Nach dem schlechten Abschneiden bei den jüngsten Kommunalwahlen wächst der Druck auf Premierminister Keir Starmer, sich von seinem Posten zurückzuziehen. Viele in seiner eigenen Partei fordern nun seinen Rücktritt und erwarten eine klare Strategie für einen geordneten Übergang.
Catherine West, Labour-Abgeordnete und ehemalige Staatssekretärin im Aussenministerium, drohte am Samstag damit, Starmer herauszufordern, sollte er bis Montag keinen Nachfolger benennen. Mehrere Dutzend Abgeordnete kritisierten Starmers Führungsfähigkeiten und bezeichneten ihn als unfähig, der aktuellen Lage gerecht zu werden.
Labour verlor bei den Kommunalwahlen am Donnerstag 1500 Sitze, wobei die Reform-Partei von Nigel Farage und die Grünen die größten Nutznießer waren. In Wales und Schottland konnte Labour seine historische Dominanz nicht aufrechterhalten, was zu weiteren Rückschlägen führte.
West schlug eine Kabinettsumbildung vor, um Starmer von internationaler Arbeit abzulenken. Sie hat bereits zehn Unterstützer und hofft, mehr Abgeordnete für ihre Forderungen zu gewinnen. Obwohl Wests Chancen als gering eingeschätzt werden, könnte ihr Vorstoß andere Parteiführungsansprüche verstärken.
Andy Burnham, Oberbürgermeister von Manchester und beliebt unter den Parteimitgliedern, ist ein möglicher Nachfolger, kann jedoch erst antreten, wenn er einen Wahlkreis gewinnt. Andere potenzielle Kandidaten wie Gesundheitsminister Wes Streeting und Vizepremierministerin Angela Rayner zeigen sich nicht offen für einen Umsturz.
Das Kabinett steht weiterhin hinter Starmer. Bildungsministerin Bridget Phillipson betonte, dass die Wähler eine Lösung der landesweiten Probleme erwarten und keine parteiinternen Machtkämpfe. Starmer selbst kündigte an, er plane nicht zurückzutreten und führe ein langfristiges Erneuerungsprojekt.
Am Montag will Starmer mit einer Rede die Kontrolle über die politische Lage zurückerlangen und verspricht eine engere Anbindung an die EU. Dies könnte für Labour eine Gelegenheit sein, da viele Brexit-Befürworter weggefallen sind. Ob diese Strategie den internen Druck mindern wird, bleibt abzuwarten.