Beängstigende Ereignisse haben sich am Samstag bei dem Derby zwischen den Stadtrivalen Slavia und Sparta in der Prager Eden Aréna abgespielt. Nachdem die Heimmannschaft Slavia mit 3:2 vorne lag, eskalierte die Situation dramatisch in der Nachspielzeit. Anhänger von Slavia stürmten das Spielfeld, zündeten Fackeln und griffen Spieler an, was zum Abbruch des 317. Prager Derbys führte und den möglichen vorzeitigen Meistertitel für Slavia verhinderte.
Die Polizei hat Ermittlungen gegen die Randalierer eingeleitet, wobei ihnen bei einer Verurteilung bis zu zwei Jahre Gefängnis drohen. “Drei, vier Minuten trennten uns von den Meisterfeierlichkeiten”, erklärte Slavia-Präsident Jaroslav Tvrdík, der das Geschehene als größten Schandfleck in seiner elfjährigen Amtszeit bezeichnete. Spieler von Sparta berichteten zudem über Angriffe.
Tvrdík äußerte Verständnis für den Spielabbruch und betonte die Rechtmäßigkeit des Vorgehens: “Wenn uns ein solches Ereignis passiert wäre, hätten wir vermutlich ebenso reagiert.” Nach dem Platzsturm stand Slavia mit zwei roten Karten da. Der Ligaverband hat nun Disziplinarverfahren gegen beide Clubs eröffnet und kündigte an, dass das Urteil am Dienstag verkündet wird.
Slavia drohen neben einer Niederwertung des Spiels auch Stadionsperren und hohe Geldstrafen. Die Disziplinarkommission will mit maximaler Konsequenz vorgehen und ein klares Signal senden, dass solches Verhalten nicht toleriert wird. Vor dem Abbruch hatte Slavia zwei Rückstände aufgeholt.
Der Ligaverband verurteilte das unakzeptable Verhalten der heimischen Fans. “Körperliche Angriffe stellen eine Grenzüberschreitung dar, die wir im tschechischen Profifußball nicht für möglich hielten”, heißt es in einer Erklärung.
Falls die Sportjustiz das Spiel Slavia als Niederlage anrechnet, könnte dies das Meisterschaftsrennen wieder öffnen. Drei Spieltage vor Saisonende hat Sparta nun die Chance, den Rückstand aufzuholen.