Nach dem erschütternden Bericht über Missstände in der Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich (USZ) setzt sich die FDP-Fraktion des Zürcher Kantonsrates für eine umfassende politische Aufarbeitung ein. Diese könnte bis hin zu einer parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) führen, sofern nötig.
Fragen bleiben vielfältig: Wer war über die Missstände informiert? Wie reagierten die Verantwortlichen darauf? Gab es finanzielle Vorteile durch experimentelle Herz-Implantate?
Linda Camenisch von der FDP betont, dass neben einer strafrechtlichen Untersuchung eine umfassende politische Aufarbeitung erforderlich sei. Sie kritisiert das Versagen auf allen Ebenen über Jahre hinweg und fordert entsprechende Maßnahmen von den zuständigen Aufsichtskommissionen ein. Sollten diese unzureichend sein, müsse eine PUK in Betracht gezogen werden.
Die SP sieht dies anders: Marion Schmid verweist darauf, dass bereits eine parlamentarische Untersuchung stattgefunden habe und einige Empfehlungen umgesetzt worden seien. Für die SVP gibt es nach den Untersuchungen von 2021 keinen Bedarf für weitere politische Aufarbeitungsmaßnahmen. Domenik Ledergerber konzentriert sich auf offene Fragen bezüglich der strafrechtlichen Aspekte und warum eine Strafuntersuchung erst spät eingeleitet wurde.
Quelle: 10vor10, 05.05.2026, 21:50 Uhr; hrm/hues