Aktuell erlebt ABB einen beeindruckenden Aufschwung, angetrieben unter anderem durch den KI-Boom. Die Unternehmensbewertung steigt konstant und erreicht neue Rekordhöhen.
Die positiven Aussichten von ABB spiegeln sich in der Börsennotierung wider: Der Aktienpreis klettert stetig nach oben. Seit Björn Rosengren im Frühling 2020 von Peter Voser als CEO abgelöst wurde, ist der Kurs von unter 20 Franken auf über 80 Franken gestiegen – mehr als vervierfacht. Unter Morten Wierød hat sich der Aktienkurs in den vergangenen zwölf Monaten sogar fast verdoppelt.
Mit einem aktuellen Preis von etwa 82 Franken wird ABB mit rund 150 Milliarden Franken bewertet, was es dem Technologiekonzern ermöglicht, die Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé im Schweizer Aktienindex zu nähern. Nestlé ist momentan mit circa 200 Milliarden Franken das dritthöchstbewertete Unternehmen in der Schweiz.
ABB hat bereits frühzeitig UBS überholt, deren Marktkapitalisierung bei rund 115 Milliarden liegt. Im laufenden Jahr zeigt ABB unter den 20 SMI-Werten die stärkste Performance mit einem Kursplus von etwa 38 Prozent seit Anfang 2026, während Swisscom lediglich ein Plus von 16 Prozent verzeichnet.
Der hohe Unternehmenswert reflektiert das erfolgreiche Management der vergangenen Jahre. Nach dem Verkauf des Robotikgeschäfts konzentriert sich ABB auf Elektrifizierung, Automation und Antriebe und wächst weiterhin rasant mit einem organischen Wachstum im zweistelligen Prozentbereich.
Ein bedeutender Treiber für das Wachstum ist der Boom bei Rechenzentren. ABB liefert diverse Produkte für Kühlung, Batteriesysteme und Stromversorgung, was den Konzern sowohl in die innere als auch äußere Versorgung dieser Branche einbindet.
Im Bereich Elektrifizierung, der den Großteil der ABB-Produkte für Datazentren umfasst, ist die Nachfrage besonders stark gestiegen. ABB positioniert sich als Vorreiter und arbeitet bereits an Technologien für zukünftige Rechenzentrumsgenerationen ab 2027 und 2028, mit einem prognostizierten jährlichen Wachstum von über 10 Prozent.
ABB kündigte am Montag Investitionen in Höhe von rund 200 Millionen US-Dollar zur Kapazitätserweiterung in Europa an, einschließlich eines neuen Werks in Italien. Dies soll die Anpassung der Strominfrastruktur unterstützen, da laut IEA der Anteil des Stromverbrauchs am Energiebedarf bis 2030 von rund 20 auf nahezu 30 Prozent steigen wird.