Ein Jahr im Amt verzeichnet Friedrich Merz die schlechtesten Zustimmungszahlen seit Beginn der Umfragen in 1998. Laut neuesten Daten von Infratest Dimap sind lediglich 16 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden.
Im Vergleich dazu erreichte Angela Merkel, ebenfalls CDU-Mitglied, im ersten Jahr ihrer Amtszeit als Kanzlerin 47 Prozent Zustimmung. SPD-Kanzler Olaf Scholz und Gerhard Schröder erzielten bei ihren ersten Amtsjahren jeweils 36 Prozent. Auch in späteren Jahren lagen Merkel und Schröder über Merz, wie die Umfragedaten belegen.
Merz begann seine Amtszeit mit besonders niedriger Zustimmung und verlor im Verlauf weiter an Rückhalt. Zu keinem Zeitpunkt erreichte er die Werte seiner Vorgänger.
Ein Jahr später bleibt Merz weit hinter Merkel, Scholz und Schröder zurück. Die frühere Kanzlerin überzeugte fast die Hälfte der Befragten, während Scholz und Schröder jeweils gut ein Drittel erreichten.
Die Forschungsgruppe Wahlen bestätigt diese Ergebnisse mit Daten seit 2005. Auch hier liegt Merz deutlich hinter seinen Vorgängern Merkel und Scholz.
Nicht nur der Kanzler, sondern auch die schwarz-rote Koalition aus CDU/CSU und SPD ist unbeliebter als jede andere Bundesregierung seit Beginn des “Deutschlandtrends” im Jahr 1997. Die Unzufriedenheit spiegelt sich in der Sonntagsfrage wider: Union und SPD verlieren an Unterstützung, während die AfD vor der CDU/CSU liegt.
Im aktuellen “Deutschlandtrend” fordert eine relative Mehrheit der Wahlberechtigten das vorzeitige Ende der Koalition: 49 Prozent sind dafür, nur 44 Prozent möchten sie weiter bestehen lassen. Die nächste reguläre Bundestagswahl ist für 2029 vorgesehen, sofern die Regierung bis dahin überlebt.
Die Regierung verliert an Vertrauen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, und der öffentliche Streit zwischen Union und SPD verstärkt den Eindruck fehlender Geschlossenheit. Merz’ Herausforderungen überschreiten seine persönlichen Leistungsprobleme hinaus: Er begann mit dem Versprechen, Wirtschaft zu stärken und Migration einzudämmen, doch ein Jahr später überwiegt der Eindruck fehlender Überzeugungskraft sowohl in den Ergebnissen als auch in der Kommunikation der Regierungspolitik.