Nach Berichten amerikanischer Medien ist Sony bereit, bis zu vier Milliarden Dollar in den Erwerb der Rechte an 45’000 Liedern international bekannter Künstler wie Justin Bieber und andere zu investieren. Obwohl die Verhandlungen noch im Gange sind, erscheint ein solcher Kauf plausibel im Kontext des intensiven Wettbewerbs zwischen den großen Musiklabels Sony Music, Universal Music und Warner Music. Diese Labels kämpfen um Marktanteile und haben sich mit finanziellen Partnern verbündet. Einer der Hauptakteure in diesem Bereich war die britische Finanzfirma Hipgnosis, die innerhalb weniger Jahre fast drei Milliarden Dollar für Musikrechte ausgegeben hat. Dazu gehörten Zahlungen von 200 Millionen Dollar an Justin Bieber, 150 Millionen an Neil Young, 100 Millionen an Justin Timberlake und 80 Millionen an Shakira. Nachdem steigende Zinsen vor vier Jahren das Unternehmen in eine finanzielle Krise stürzten, übernahm Blackstone Hipgnosis. Aus dieser Fusion entstand die Recognition Music Group, deren Verkauf nun im Raum steht und von Sony erworben werden könnte. Mehrere Faktoren machen diese Übernahme plausibel: Erstens hat sich Sony mit dem singapurischen Staatsfonds GIC verbündet, der über Vermögenswerte in Höhe von mehr als 800 Milliarden Dollar verfügt. In diesem Joint Venture stellt GIC das nötige Kapital bereit und Sony Music ist für die Vermarktung zuständig. Zweitens könnte Blackstone keinen langfristigen Fokus auf den Musikmarkt legen, weshalb ein Verkauf an Sony wahrscheinlich einen hohen Gewinn in Millionenhöhe einbringen würde. Obwohl Sony bei den Gesprächen die führende Rolle spielt, darf die Konkurrenz nicht unterschätzt werden. Universal hat durch den Erwerb von Songrechten seine Spitzenposition gefestigt und arbeitet mit Künstlern wie Billie Eilish und Taylor Swift sowie Legenden wie Abba und Louis Armstrong zusammen. Warner Music erweiterte zudem kürzlich seinen Katalog um die Rechte der Red Hot Chili Peppers für über 300 Millionen Dollar, unterstützt durch Bain Capital. Diese Entwicklungen verdeutlichen den erbitterten Kampf der großen Labels um ihren Marktanteil. Ohne die Kontrolle über Musikrechte droht ihnen ein erheblicher Einflussverlust in der Branche.