Donald Trump versuchte, Xi Jinping mit Zöllen zu bremsen, doch der chinesische Außenhandel blüht mehr denn je. Strukturelle Veränderungen und Pekings wirtschaftliche Strategie sorgen für diesen Erfolg, was einen Umdenkansatz erfordert. Einst wurden in China von Wanderarbeitern Kleidung genäht und Elektronik montiert. Heute werden solche Aufgaben automatisiert oder an Länder mit niedrigeren Arbeitskosten verlagert. Trotzdem hat sich für die Nachkommen dieser Arbeiter das wirtschaftliche Investment gelohnt, da China eine erfolgreiche Transformation erlebt. Nach der Jahrtausendwende entschied sich Chinas Führung, von einer kopierenden zu einer innovativen Industrienation aufzusteigen. Durch Investitionen in Bildung und Forschung wurden innovative Industrien gefördert, trotz des Wettbewerbsdrucks. Die Effizienz des chinesischen Modells bleibt abzuwarten, obwohl es ähnliche Herausforderungen wie Japan mit einer Immobilienblase und fehlender Inlandsnachfrage erlebt. China hat jedoch eine produktive Exportindustrie aufgebaut, die den USA und Europa Konkurrenz macht. Trump startete 2018 einen Handelskrieg gegen China, das als strategischer Rivale galt. Nach einem erneuten Amtsantritt verschärfte er 2025 seine Politik mit breit angelegten Zöllen. Die Folgen waren jedoch nicht wie von den USA erhofft. Handelsdaten zeigen seit Beginn des Handelskriegs ein bemerkenswertes Wachstum Chinas im Außenhandel. Zwischen 2018 und 2020 stagnierte es, nahm dann aber stark zu. Bis 2022 stieg das Exportvolumen um 25 % laut WTO-Daten. Der Wert der exportierten Güter wuchs von 2017 bis 2022 um 57 %. Im Jahr 2025 erreichten die chinesischen Exporte ein Plus von 60 % bei den Dollar-Einnahmen. Chinas Importe stiegen bis 2022 an, stagnieren seither aufgrund der Immobilienkrise und einer gestärkten Wettbewerbsfähigkeit. China fördert zunehmend die Inlandsproduktion, was international zu Frustration führt. Gegenüber 2017 wurden 18 % mehr Waren eingeführt. Chinas Handelswunder resultiert aus strukturellen Veränderungen. Der Anteil von Maschinen und Fahrzeugen am Gesamtexport stieg im ersten Quartal auf 54 %. Die Bedeutung von PCs, Notebooks und Telekom-Gütern sank dagegen. Importe sind nun geprägt durch Vorprodukte wie Metallerze und Elektronikkomponenten. Der Anteil importierter Autos fiel stark, was zeigt, dass Chinas Handelsstruktur sich allmählich wandelt. Der chinesische Aussenhandel zeigt Spuren des Handelskriegs: Importe aus den USA sanken auf 4 % und aus Europa auf 9 %. Einfuhren aus Russland und Lateinamerika stiegen dagegen. China konnte seine Exportindustrie neu ausrichten. Der Anteil an direkt in die USA verkauften Waren halbierte sich, während der Marktanteil Vietnams und Europas anstieg. China verkauft einen Drittel seiner Waren nach Asien. Die bevorstehende Begegnung Trumps mit Xi könnte ein Interesse an einer Entspannung im Handelsstreit beinhalten. Der Handel mit den USA verlor an Bedeutung, während der Rest der Welt wuchs. Konkurrenz lässt sich langfristig nicht durch Protektionismus eindämmen. Stattdessen sollten die USA und Europa China zu fairen Wettbewerbsbedingungen bewegen. Eine flexiblere Wechselkurspolitik könnte helfen. Gemeinsame marktwirtschaftliche Regeln zwischen den beiden Industrienationen könnten auf lange Sicht am sinnvollsten sein. Die Zusammenarbeit der Präsidenten und die Schaffung von Vertrauensinstitutionen sind positive Schritte.