Kurz bevor US-Präsident Donald Trump am Montag eine unerwartete diplomatische Kehrtwende in der Iran-Krise verkündete, wurden an den Börsen Wetten im Milliardenbereich getätigt. Diese Transaktionen deuten darauf hin, dass die Akteure genau wussten, was Trump plant. Das Ergebnis: Gewinne im hohen Millionenbereich.
Experten vermuteten am Wochenende eine Eskalation des US-israelischen Konflikts, nachdem Trump gedroht hatte, iranische Energieinfrastruktur anzugreifen, falls die Strasse von Hormus nicht bis Montagabend freigegeben würde. In den frühen Morgenstunden überraschte Trump jedoch mit der Ankündigung von produktiven diplomatischen Gesprächen mit dem Iran und setzte die Angriffe auf Energieanlagen vorerst aus. Die Märkte reagierten prompt: Der Ölpreis fiel, während die Aktienindizes sprunghaft anstiegen.
Laut der «Financial Times» kam es 15 Minuten vor Trumps Äußerung auf Truth Social zu ungewöhnlichen Marktaktivitäten: 6200 Terminkontrakte für Ölsorten Brent und WTI wechselten im Gesamtwert von rund 580 Millionen Dollar den Besitzer. Dies war eine massive Wette auf fallende Ölpreise inmitten eines Konflikts.
Fast zeitgleich wurden Aktien im S&P 500, einem der wichtigsten US-Aktienindizes, im Wert von 1.5 Milliarden US-Dollar gehandelt, was darauf hindeutet, dass Investoren auf steigende Kurse setzten, noch bevor die Öffentlichkeit von der temporären Entspannung erfuhr.
Um 7:04 Uhr veröffentlichte Trump auf Truth Social den Beitrag über «produktive Gespräche» mit dem Iran und die Aussetzung der geplanten Angriffe. Die Marktreaktion war sofort spürbar: Der Wert der im S&P 500 gelisteten Unternehmen stieg innerhalb von sechs Minuten um rund zwei Milliarden US-Dollar, während die Ölpreise zeitgleich um 13 Prozent fielen. Fachleute schätzen, dass aus diesen Trades zweistellige Millionenbeträge an Gewinn resultierten.
Die Ereignisse erinnern an April 2025, als ähnliche Muster der Marktbeeinflussung auffielen. Damals hatte Trump verkündet: «Das ist ein grossartiger Zeitpunkt zum Kaufen!» Kurz darauf setzte er wechselseitige Zölle für zahlreiche Länder aus, was zu einem deutlichen Anstieg der Aktienindizes führte. Am selben Tag behauptete Trump im Weissen Haus, dass Charles Schwab «2.5 Milliarden US-Dollar gemacht hat».
Es bleibt unklar, wer hinter den millionenschweren Trades steckt. Die zeitliche Abstimmung vor Trumps Ankündigung legt laut Experten jedoch nahe, dass hier mit einem Informationsvorsprung gehandelt wurde. Bei privaten Marktteilnehmern würde dies als Insiderhandel strafrechtlich geahndet werden. Im Kontext eines amtierenden US-Präsidenten wäre die rechtliche Verfolgung jedoch deutlich komplexer.
Rendez-vous, 24.3.2026, 12:30 Uhr