Im Jahr 2025 verzeichnete die Migros einen Reingewinn von 1,1 Milliarden Franken, ein Anstieg gegenüber den 419 Millionen Franken aus dem Vorjahr. Wie SRF-Wirtschaftsredaktorin Isabel Pfaff erläutert, ist dieser Gewinnsprung maßgeblich auf Verkäufe von Tochterunternehmen wie Mibelle, Obi und Hotelplan zurückzuführen. Die Migros kämpft jedoch weiterhin mit einem schwachen Geschäft in ihrem Kernbereich, den Supermärkten, was Marktanteile gekostet hat. Eine Tiefpreisstrategie, bei der etwa ein Zwölftel des Sortiments auf Discounter-Niveau angeboten wird, trug zur Erosion der Umsätze bei. Zudem investiert die Migros massiv in die Modernisierung ihres Filialnetzes, was ebenfalls finanzielle Mittel bindet.
Mario Irminger, CEO der Migros, ist optimistisch und erwartet ab 2028 eine positive Entwicklung. Die Investitionen in Preissenkungen, Filialmodernisierungen sowie Logistik und Produktion – im Jahr 2025 wurden allein 1,5 Milliarden Franken investiert – sollen sich auszahlen. Aktuell umfasst die Migros etwa 720 Verkaufsstellen; bis 2030 soll jede dritte erneuert und zusätzlich 140 neue Filialen hinzukommen. Ziel ist eine stabile Marge von rund 2,5 Prozent im Kerngeschäft.
Nach dem Verkauf der deutschen Tegut-Ladenkette sieht Irminger die Portfolio-Bereinigung als abgeschlossen an. Die Migros konzentriert sich nun auf vier Geschäftssegmente: den Lebensmittelhandel (Migros, Migrolino, Denner und eigene Produktion), Non-Food über Digitec Galaxus, Gesundheit mit Medbase und Fitnesszentren sowie Finanzdienstleistungen via Migros-Bank. Während der Lebensmittelsektor noch Potenzial bietet, sind die anderen Bereiche bereits stark.
Die Zahl der Mitarbeiter sank auf knapp 92.000 Ende 2025 – ein Rückgang von etwa 7.000 im Vergleich zum Vorjahr. Ursprünglich prognostizierte Umbauprozesse sollten 1.500 Stellen kosten, doch durch den Verkauf von über 20 Tochterfirmen fiel die Zahl der Entlassungen deutlich höher aus. Viele ehemalige Angestellte dieser Firmen fanden jedoch neue Beschäftigung bei den neuen Eigentümern.