Ein ehemaliger hochrangiger Manager der Ruag steht im Verdacht, ein gefälschtes Covid-Zertifikat erworben zu haben. Der Rüstungskonzern war bislang nicht über diesen Vorfall informiert.
Während die Pandemie 2021 noch andauerte, waren Covid-Zertifikate für den Zugang zu Restaurants, Museen und Schwimmbädern unerlässlich. Dies lockte Betrüger an, die in Fälschungen ein lukratives Geschäft sahen.
In Zürich soll eine Ärztin mutmaßlich Impfbescheinigungen verkauft haben, ohne ihre Patienten tatsächlich gegen Covid-19 zu impfen. Das laufende Verfahren gegen die Medizinerin wurde von einer bereits verurteilten Arzthelferin bekräftigt, wie Nau.ch berichtete.
Unter den Kunden der Ärztin befanden sich auch ein ehemaliger Ruag-Manager und dessen Ehefrau. Diese Information stammt aus Recherchen von SRF«Investigativ». Die Personalien des Paares wurden bei einer Durchsuchung der Praxis gefunden.
Laut Aussage der verurteilten Arzthelferin erwarben das Paar im Spätherbst 2021 gefälschte Impfnachweise für jeweils rund 600 Franken. Im Jahr 2024 wurde ihnen per Strafbefehl eine Geldstrafe auferlegt, wogegen sie Einspruch einlegten.
Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage im Dezember, und der Prozess soll bald beginnen. Die Ruag äußerte sich zu SRF, dass ihnen solche Fälle unbekannt seien.
Der Ex-Manager hatte eine umfassende Sicherheitsüberprüfung absolviert, arbeitet jedoch mittlerweile nicht mehr für das Unternehmen.
Dieser Fall ist Teil einer Serie von Ermittlungen wegen gefälschter Corona-Zertifikate. Schweizweit wurden bereits zahlreiche Verfahren in dieser Angelegenheit eingeleitet, besonders im Spätherbst 2021 war der Handel mit falschen Impfnachweisen weit verbreitet.
Die WHO erklärte die gesundheitliche Notlage aufgrund von Covid-19 im Mai 2023 für beendet, doch das Virus bleibt weiterhin ein Gesundheitsrisiko.